Ein Flur ist selten der Raum, dem man viel Aufmerksamkeit schenkt – dabei ist er die erste und letzte Station im Alltag. Mit Trockenbau lassen sich aus schmalen, ungenutzten Flächen echte Funktionszonen herausholen. Bevor Sie mit dem Bau beginnen, sollten Sie jedoch die Grundrisse exakt ausmessen und alle Leitungen für Strom und Heizung markieren. Ein häufiger Fehler ist, die Tiefe der Nischen zu knapp zu planen: Für Jacken an Bügeln brauchen Sie mindestens 60 Zentimeter, für Schuhregale 35 bis 40 Zentimeter. Planen Sie großzügig, denn nachträgliche Änderungen am Ständerwerk sind aufwendig und teuer.
Beginnen Sie mit einer gründlichen Reinigung aller Flächen. Verwenden Sie dazu warmes Wasser mit einem Tropfen Spülmittel und ein weiches, leicht feuchtes Tuch. Wichtig ist, dass Sie die Fronten danach trocken reiben, denn stehendes Wasser quillt besonders an Kanten und Fugen auf. Hartnäckige Fettrückstände lösen Sie mit einer Mischung aus Essig und Wasser im Verhältnis eins zu drei. Bei empfindlichen Hochglanzoberflächen greifen Sie besser zu einem speziellen Kunststoffreiniger. Verzichten Sie grundsätzlich auf scheuernde Schwämme oder aggressive Chemie – diese zerstören die schützende Deckschicht und machen die Fronten anfällig für Kratzer.
Holz ergänzt den Lehm ideal, weil es Feuchtigkeit langsamer aufnimmt und wieder abgibt. Besonders effektiv sind sichtbare Balken oder eine Verkleidung aus Massivholz, da die Oberfläche direkt mit der Raumluft in Kontakt steht. Sperrholz oder lackierte Platten hingegen wirken kaum regulierend, weil der Lack die Poren verschließt. Ein häufiger Fehler ist es, Holz als Fußboden zu verlegen und gleichzeitig eine Fußbodenheizung zu nutzen. Die Trockenheit im Winter führt dann zu Rissen im Holz – das Material arbeitet ständig, und die Luft bleibt trocken.
Der wichtigste Effekt entsteht durch die große Oberfläche von Lehmputz. Eine Wand aus Lehm kann innerhalb weniger Stunden mehrere Liter Wasser aufnehmen, wenn die Luftfeuchtigkeit steigt – etwa beim Kochen oder Duschen. Dazu genügt bereits eine dünne Schicht von einem bis zwei Zentimetern auf einer bestehenden Wand. Achten Sie darauf, dass der Untergrund tragfähig ist: Alte Dispersionsfarben müssen vollständig entfernt oder mit einem speziellen Grundputz überbrückt werden. Sonst haftet der Lehm nicht und es entstehen Risse.
Denken Sie über die Lichtquellen nach. Eine einzelne Deckenlampe erzeugt oft hartes Licht und macht die Ecken ungemütlich. Nutzen Sie stattdessen mehrere, dimmbare Lichtquellen auf unterschiedlichen Höhen. Eine Stehlampe neben der Leseecke, eine kleine Tischlampe auf dem Regal und vielleicht eine indirekte Beleuchtung hinter der Couch schaffen eine ruhige Atmosphäre. Achten Sie darauf, dass die Leuchten nicht direkt ins Auge strahlen, sondern die Wand oder die Decke anleuchten. Der Sessel sollte so stehen, dass beim Lesen das Licht über die Schulter auf das Buch fällt, nicht von vorne blendet. Ein häufiger Fehler ist es, die Beleuchtung als nachträgliche Notlösung zu betrachten. Sie gehört in die Raumplanung von Anfang an.
Zum Schluss geht es um die Flächen. Ein vollgestellter Couchtisch mit Fernbedienungen, Laptop, Kaffeetasse und Zeitschriften macht den Raum unruhig. Geben Sie jedem Gegenstand einen festen Platz außerhalb der Sichtachse. Eine flache Schale auf dem Tisch kann als Sammelbecken für Kleinteile dienen, aber auch sie sollte nicht überfüllt sein. Räumen Sie den Tisch jeden Abend leer, das dauert weniger als eine Minute und sorgt dafür, dass der Raum am Morgen aufgeräumt wirkt. Gleiches gilt für die Kommode oder das Sideboard. Weniger auf der Fläche bedeutet automatisch mehr Ruhe im Raum. Wenn Sie diese Reduzierung konsequent durchziehen, werden Sie feststellen, dass Sie sich nicht nach mehr Dingen sehnen, sondern die freien Flächen als Gewinn empfinden.
Die Sitzfläche selbst sollte aus Massivholz oder einer wasserfesten Multiplexplatte bestehen. Lassen Sie einen kleinen Überstand von 1 bis 2 Zentimetern, damit man später bequem die Kante greifen kann. Für den Stauraum unter der Bank fertigen Sie eine Klappe oder Schublade an – achten Sie darauf, dass die Vorderkante bündig mit der Trockenbauwand abschließt, um Verletzungsgefahren zu vermeiden. Wenn Sie die Bank offen lassen möchten, dann planen Sie Körbe oder Einsätze aus Stoff, die das Staubsaugen erleichtern.
Ein weiterer Punkt ist die Anpassung an die Jahreszeit. Im Sommer nehmen Lehmwände überschüssige Wärme auf und geben sie nachts wieder ab, wenn die Luft kühler wird. Diese natürliche Klimatisierung funktioniert aber nur, wenn die Wände nicht durch schwere Möbel oder Vorhänge verdeckt sind. Stellen Sie Regale deshalb nicht direkt vor Lehmflächen, und halten Sie Rollläden tagsüber geschlossen, um die Hitze draußen zu lassen. Im Winter hilft es, die Luftfeuchtigkeit im Blick zu behalten: Unter 40 Prozent fühlt sich die Luft unangenehm trocken an – ein feuchtes Handtuch über der Heizung oder eine Schale mit Wasser auf dem Holzofen gleichen das aus.
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