Grünlilien (Chlorophytum comosum) bilden an ihren langen Blütentrieben kleine Tochterpflanzen, sogenannte Kindel. Diese Kindel sind bereits vollständige Miniaturpflanzen mit eigenen Blättern und oft schon ersten Luftwurzeln. Wer eine neue Pflanze heranziehen möchte, muss keine Samen kaufen und keine teuren Jungpflanzen bestellen. Die Vermehrung über Ableger ist der einfachste Weg – vorausgesetzt, man beachtet ein paar Details, damit die jungen Pflanzen nicht faulen oder vertrocknen.
Wann Wasser erlaubt ist und wann nicht Bei stark verschmutzten Blättern, etwa nach dem Umtopfen oder bei Kalkrückständen, hilft destilliertes oder gefiltertes Wasser. Tauchen Sie ein weiches Tuch oder Wattepad ein, drücken Sie es gut aus und wischen Sie nur mit dem Eigengewicht des Tuches. Reiben Sie nicht nach, auch wenn der Fleck nicht sofort verschwindet. Bei Arten mit dichtem weißem Reif, etwa manchen Echeverien oder Pachyphytum, sollte Wasser möglichst ganz vermieden werden, weil jeder Tropfen die Wachsstruktur auflöst und eine dauerhafte Spur hinterlässt. Bei diesen Pflanzen reicht der Pinsel.
Wenn die Wachsschicht bereits beschädigt ist, hilft nur Geduld. Die Pflanze bildet an neuen Blättern wieder Wachs, alte Blätter bleiben matt. Stellen Sie die Sukkulente für einige Wochen an einen hellen, aber nicht brennend heißen Platz und gießen Sie sparsamer als sonst. So vermeiden Sie, dass die offene Stelle zur Eintrittspforte für Fäulnis wird. Vorbeugend gilt: Staub alle zwei bis drei Wochen mit dem Pinsel entfernen, bevor sich eine Kruste bildet. Wer das beherzigt, behält die natürliche Schutzschicht und damit eine Pflanze, die Trockenheit und Sonne ohne Schaden übersteht.
Manche Kindel hängen noch am Muttertrieb und haben bereits kräftige Luftwurzeln. Diese kann man direkt in einen kleinen Topf mit feuchter Erde setzen, ohne sie vorher abzuschneiden. Die Verbindung zum Muttertrieb bleibt bestehen, bis die neue Pflanze eigenständig Wurzeln gebildet hat. Das ist besonders schonend und eignet sich gut, wenn man unsicher ist, ob der Ableger genug Kraft hat.
Typische Fehler sind handelsübliche Blattglanzsprays, Spülmittelzusätze und Mikrofaserlappen. Sprays enthalten Öle oder Tenside, die sich in die Wachsschicht einlagern und sie dauerhaft durchlässig machen. Spülmittel entzieht der Cuticula Fette und lässt die Oberfläche matt und rau zurück. Mikrofaser wirkt wie feines Schleifpapier, auch wenn sie trocken verwendet wird. Ebenso falsch ist es, Kalk mit Essig oder Zitronensäure entfernen zu wollen. Diese Säuren greifen das Wachs an, noch bevor sie den Kalk lösen. Bei stark kalkhaltigem Wasser entsteht so ein Schaden, der Monate sichtbar bleibt.
Für das Einpflanzen eignet sich lockere, durchlässige Zimmerpflanzenerde. Ein zu torfhaltiges oder stark gedüngtes Substrat schadet den empfindlichen Wurzeln. Mischen Sie die Erde am besten mit etwas Perlite oder grobem Sand, damit überschüssiges Wasser abfließen kann. Der Topf sollte nur wenig größer sein als der Wurzelballen des Kindels – ein zu großer Topf fördert Staunässe und Wurzelfäule. Setzen Sie den Ableger so tief, dass die Wurzelansätze gerade bedeckt sind. Die Blätter dürfen nicht mit Erde in Berührung kommen, sonst faulen sie.
Das wichtigste Kriterium ist das Gießen. Die Glücksfeder speichert Wasser in ihren verdickten Blattstielen und Rhizomen, ähnlich wie ein Sukkulente. Der Topf darf zwischen zwei Wassergaben vollständig austrocknen, und zwar bis in eine Tiefe von mehreren Zentimetern. Ein einfacher Test: Stecken Sie einen Holzstab in die Erde. Kommt er trocken heraus, kann gegossen werden. Im Sommer reicht das etwa alle zwei bis drei Wochen, im Winter alle vier bis sechs Wochen. Zu häufiges Gießen ist der häufigste Fehler und führt zu gelben Blättern, die später welk werden und abfallen.
Die Blätter reinigen: Staub auf den glänzenden Blättern reduziert die Photosynthese. Ein feuchtes Tuch alle paar Wochen genügt. Keine Blattglanzsprays verwenden, sie verstopfen die Spaltöffnungen. Düngen ist nur in der Wachstumsphase von April bis September nötig, und zwar mit einem flüssigen Volldünger in halber Konzentration alle sechs bis acht Wochen. Mehr Dünger schadet, weil die Pflanze langsam wächst und Nährstoffe kaum verwertet.
Die meisten Sukkulenten tragen einen feinen, oft milchig wirkenden Überzug aus Epicuticularwachs. Diese Schicht sitzt direkt auf der äußeren Zellwand der Blätter und Stängel und ist kein Schmutz, sondern eine wasserabweisende Barriere. Sie hält Wasser auf der Blattoberfläche nicht dauerhaft fest, reduziert die Verdunstung und schützt vor UV-Strahlung sowie vor dem Eindringen von Pilzsporen. Wird sie abgerieben, sieht man das sofort: Die Stelle glänzt dunkler, wirkt feucht und bildet später oft einen unschönen Fleck. Deshalb gehört zum Reinigen mehr Zurückhaltung als Kraft.
Was im Halbschatten zuverlässig funktioniert Die Zamioculcas, auch Glücksfeder genannt, speichert Wasser in ihren Blattstielen und kommt mit sehr wenig Licht aus. Gieße sie erst, wenn die obersten drei Zentimeter Substrat trocken sind, im Winter oft nur alle drei Wochen. Ein häufiger Fehler ist zu viel Wasser: Die Pflanze verzeiht Trockenheit, aber Staunässe lässt die Wurzeln faulen. Ähnlich robust ist die Efeutute. Sie wächst im Halbschatten kompakt, braucht aber eine Rankhilfe oder regelmäßigen Rückschnitt, sonst werden die Triebe lang und kahl.
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