Nach dem Einsetzen wird nicht sofort stark gegossen. Lauwarmes Wasser ohne Dünger, bis es unten austritt, reicht. Danach kommt die Pflanze für ein bis zwei Wochen an einen schattigen, windgeschützten Platz ohne pralle Sonne. Erst wenn neuer Austrieb sichtbar ist, kehrt sie an ihren gewohnten Standort zurück. Typische Fehler: zu früh düngen, zu viel gießen oder den Ballen mit Gewalt auseinanderreißen. Wer diese vier Schritte einhält, verliert keine Blätter und sieht nach zwei Wochen frisches Grün.
Gedüngt wird sparsam: von April bis September alle sechs bis acht Wochen mit einem flüssigen Volldünger in halber Konzentration. Wer mehr gibt, riskiert verbrannte Wurzeln und welke Blätter. Typische Fehler sind häufiges Gießen aus Fürsorge, ein dunkler Standort über Monate und das Entfernen gesunder Blätter, weil sie „zu langsam” wachsen. Einzelne vergilbte Blätter sind normal, solange der Rest der Pflanze fest und grün bleibt. Erst wenn mehrere Blätter gleichzeitig weich werden, ist Handeln angesagt: aus dem Topf nehmen, weiche Rhizomteile abschneiden, Schnittstellen trocknen lassen und in frisches, trockenes Substrat setzen.
Ein Steckling im Wasserglas ist die einfachste Methode, um Pflanzen zu vermehren, aber sie hat einen Haken: Nicht jede Art bildet im Wasser brauchbare Wurzeln. Wer das übersieht, wartet wochenlang auf ein Wunder, das ausbleibt. Deshalb steht am Anfang die Auswahl der Mutterpflanze. Geeignet sind Arten mit weichem bis halbreifem Trieb, etwa Fuchsien, Strauchbasilikum, Minze, Efeu oder Zimmerlinde. Harte, verholzte Triebe von Rosen oder Flieder bewurzeln im Glas kaum, sie brauchen Substrat und hohe Luftfeuchtigkeit.
Schädlinge treten selten auf, am ehesten noch Spinnmilben bei sehr trockener Luft oder Schildläuse an den Blattunterseiten. Ein regelmäßiger Blick unter die Blätter hilft. Bei Befall genügt es meist, die Pflanze abzuduschen und befallene Teile zu entfernen. Chemische Mittel sind nur bei starkem Befall nötig. Gedüngt wird von April bis September alle vier Wochen mit einem normalen Flüssigdünger in halber Konzentration. Im Winter wird nicht gedüngt.
Die Fingerprobe ist das einfachste Werkzeug und funktioniert bei fast allen Zimmerpflanzen. Stecke einen Finger etwa zwei bis drei Zentimeter tief in das Substrat, nicht nur an die Oberfläche. Fühlt es sich dort noch feucht an, warte. Ist es trocken, kann gegossen werden. Bei größeren Kübeln reicht der Finger nicht mehr aus, dort nimmt man einen Holzstab oder einen dünnen Bambusstab, schiebt ihn bis zur halben Topftiefe hinein und zieht ihn nach einigen Minuten heraus. Haftet feuchte Erde daran, ist noch Wasser im Substrat. Kommt der Stab sauber heraus, ist der Zeitpunkt gekommen.
Grünlilien bilden an langen Ausläufern kleine Jungpflanzen, sogenannte Kindel. Diese lassen sich leicht vermehren: Abschneiden, in ein Glas Wasser stellen oder direkt in feuchte Erde setzen. Nach zwei bis drei Wochen bilden sich Wurzeln. Wer die Ausläufer nicht entfernt, bekommt mit der Zeit einen dichten, hängenden Wuchs – das kann gewollt sein, kostet die Mutterpflanze aber Kraft. Entfernen Sie vertrocknete oder vergilbte Blätter regelmäßig am Ansatz, damit sich keine Schädlinge einnisten.
Klebrige, glasklare Tropfen auf den Blättern einer Monstera sind kein Zeichen für Schädlinge, sondern meist Guttation. Dabei gibt die Pflanze überschüssiges Wasser über spezielle Drüsen an den Blatträndern oder Blattspitzen ab. Das passiert vor allem nachts, wenn die Transpiration ruht und der Wurzeldruck steigt. Am Morgen finden sich dann kleine Perlen, die sich klebrig anfühlen, weil sie gelöste Zucker und Mineralstoffe enthalten.
Ein häufiger Fehler ist der zu frühe Wechsel in die Erde. Wasserwurzeln sind anders aufgebaut als Wurzeln in Substrat, sie müssen sich erst umstellen. Nach dem Eintopfen hält man das Substrat zwei Wochen gleichmäßig feucht und stellt die Pflanze für ein paar Tage schattig. Ein weiteres Problem sind zu viele Stecklinge in einem Glas. Sie berühren sich, verletzen die zarten Wurzeln und verbreiten Fäulnis. Pro Glas gehört nur ein Trieb. Wer diese Punkte beachtet, hat aus einem unscheinbaren Trieb bald eine eigene Pflanze, die kräftiger wächst als jedes gekaufte Exemplar.
Ein weiterer Fehler ist das Besprühen der Blätter, um die Tropfen wegzuwaschen. Das erhöht die Luftfeuchtigkeit und kann Pilzkrankheiten fördern. Besser ist es, die Blätter mit einem feuchten Tuch abzuwischen und die Ursache an den Wurzeln zu beheben. Dünge nur in der Wachstumsphase und nie auf trockenes Substrat. Ein Zuviel an Dünger führt zu Salzansammlungen, die die Guttation verstärken können.
Ein typischer Anfängerfehler ist das Umsetzen der Pflanze in einen viel zu großen Topf. Die Grünlilie blüht und kindelt besser, wenn sie etwas eng steht. Ein weiterer Fehler: das Gießen nach starrem Kalender statt nach Bodenfeuchte. Prüfen Sie lieber mit dem Finger, ob die Erde wirklich trocken ist. Wer diese wenigen Punkte beachtet, hat jahrelang Freude an einer Pflanze, die kaum Pflegefehler übel nimmt – aber eben auch nicht jeden ignoriert.
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