4 Wege, eine Rankhilfe nachträglich zu setzen ohne Wurzelschaden

Warum Spülmittel allein selten reicht Viele greifen zu einem Gemisch aus Wasser und Spülmittel. Das tötet die oberflächlichen Tiere, dringt aber nicht in die Wachshülle ein und erreicht keine Eier. Wirksamer ist eine Mischung aus Wasser, einem Schuss Spiritus und einem Tropfen Schmierseife. Sprühen Sie die Pflanze damit ein, auch die Blattunterseiten, und lassen Sie es zehn Minuten einwirken. Danach spülen Sie mit klarem Wasser nach, damit die Spaltöffnungen nicht verstopfen. Wiederholen Sie die Behandlung nach fünf und nach zehn Tagen. Bei empfindlichen Pflanzen wie Farnen oder Kapuzinerkresse vorher an einem einzelnen Blatt testen.

Bei bereits eingewachsenen Kletterpflanzen, die schon eine Rankhilfe haben, geht es oft nur um eine zusätzliche Stütze. Hier reicht es meist, einen zweiten Stab außerhalb des bestehenden Ballens zu platzieren und beide oben mit einer Schnur zu verbinden. Das entlastet die alte Konstruktion, ohne dass man den Wurzelraum erneut durchsticht. Wichtig ist, die Schnur nicht zu straff zu binden, damit der Stängel noch etwas Spiel hat und nicht eingeschnürt wird.

Bevor Sie zur Chemiekeule greifen, prüfen Sie den Befall genau. Drehen Sie die Pflanze ins Licht und sehen Sie sich die Unterseiten der Blätter, die Triebspitzen und den Wurzelhals an. Einzelne Kolonien lassen sich oft mit einem in Spiritus getauchten Wattestäbchen entfernen. Tupfen Sie die Watte an, nicht wischen. Wischen verteilt die Tiere und ihre Eier über die ganze Pflanze. Wiederholen Sie das alle drei bis vier Tage, denn aus Eiern schlüpfen innerhalb von etwa einer Woche neue Larven, die noch keine Watte tragen und leicht übersehen werden.

Beim Gießen gilt: lieber seltener, dafür durchdringend. Die Erde sollte zwischen zwei Wassergaben oberflächlich abtrocknen. Staunässe ist der häufigste Fehler – sie führt zu fauligen Wurzeln, die sich zunächst durch gelbe, schlaffe Blätter bemerkbar machen. Im Sommer reicht meist einmal pro Woche, im Winter alle zwei bis drei Wochen. Wer unsicher ist, steckt einen Finger zwei Zentimeter tief in den Topf. Fühlt sich die Erde dort noch feucht an, wartet man besser noch ein paar Tage.

Eine Rankhilfe nachträglich zu installieren, ohne den Wurzelballen zu beschädigen, ist einfacher, als es zunächst scheint. Entscheidend ist, dass der Stab oder das Gitter nicht durch den Bereich gestoßen wird, in dem die Hauptwurzeln verlaufen. Bei den meisten Kübelpflanzen und Stauden liegt der Wurzelballen im Umkreis von etwa zwei Dritteln des Topf- oder Kronendurchmessers. Wer diesen Bereich meidet und stattdessen seitlich oder außerhalb einsteckt, kann fast jede Kletterhilfe sicher verankern.

Für größere Pflanzen im Beet gibt es eine zuverlässige Methode: Man setzt die Rankhilfe schräg an, etwa in einem Winkel von 30 bis 45 Grad, und schiebt sie vorsichtig zwischen zwei Haupttrieben in den Boden. Der Widerstand verrät sofort, ob man auf eine dicke Wurzel trifft. In diesem Fall zieht man den Stab leicht zurück, dreht ihn ein paar Grad und versucht es erneut. Mit etwas Geduld findet sich fast immer eine Lücke im Wurzelwerk, ohne dass etwas abbricht.

Nach dem Setzen der Rankhilfe sollte man die Pflanze gründlich wässern, aber nicht düngen. Frische Wunden an den Wurzeln sind empfindlich gegen Salz. In den folgenden zwei Wochen beobachtet man den Austrieb: Bleiben die Blätter straff und erscheinen neue Triebe, war der Eingriff verträglich. Welken trotz feuchter Erde die Blätter, kann eine Wurzel verletzt worden sein. Dann hilft es, die Pflanze schattiger zu stellen und das Gießen vorübergehend zu reduzieren.

Bei Töpfen ohne Abflussloch gibt es nur zwei saubere Wege. Erstens: das Loch nachträglich bohren. Bei Kunststoff geht das mit einem scharfen Bohrer, bei Keramik nur mit einem Diamantbohrer und unter Wasserzufuhr. Zweitens: in einen wasserdichten Übertopf einen passenden Innentopf mit Loch setzen. Zwischen beiden muss genug Platz bleiben, um das überschüssige Wasser nach dem Gießen auszuschütten. Wird das vergessen, steht der Innentopf dauerhaft im Wasser. Das ist einer der häufigsten Fehler bei Zimmerpflanzen.

Nordfenster: wenig Licht, aber stabil Ein Nordfenster bekommt nie direktes Sonnenlicht, nur indirektes Tageslicht. Die Lichtmenge liegt selbst im Sommer selten über 2.000 Lux am Fensterbrett. Für Pflanzen wie die Grünlilie, den Bogenhanf oder die Zamioculcas reicht das aus. Diese Arten speichern Wasser in Wurzeln oder Blättern und kommen mit kargem Licht zurecht. Wer hier eine Monstera oder ein Calathea stellt, wird nach einigen Monaten feststellen, dass die Blätter kleiner werden und die Abstände zwischen den Blattansätzen wachsen. Das ist kein Nährstoffmangel, sondern Lichtmangel. Auch das Gießen muss am Nordfenster sparsamer ausfallen: Die Erde trocknet langsamer, Staunässe ist die häufigste Todesursache.

Für die Praxis hilft eine einfache Regel: Direkt am Südfenster brauchen Pflanzen einen Sonnenschutz oder einen Abstand von mindestens einem Meter. Am Ost- oder Westfenster ist die Lage meist ideal, weil die Sonne nur morgens oder abends steht. Am Nordfenster funktionieren nur genügsame Arten. Und in der Zimmermitte sollte man ehrlich prüfen, ob dort überhaupt genug Licht für eine Pflanze ankommt. Ein Blick auf den Schattenwurf: Wenn eine Hand dort kaum eine scharfe Kontur wirft, ist es zu dunkel für die meisten Grünpflanzen.

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