Trauermücken sind kleine schwarze Mücken, die in feuchter Blumenerde leben. Die Larven fressen Wurzeln und können junge Pflanzen stark schädigen. Viele greifen sofort zu Gelbtafeln, doch die bekämpfen nur die erwachsenen Tiere. Wer nur klebt, stoppt die Vermehrung nicht. Entscheidend ist, die Larven im Substrat zu treffen.
Viele stellen den Ableger in ein Glas Wasser und warten. Das funktioniert, dauert aber je nach Jahreszeit zwei bis vier Wochen, und nicht selten faulen die Stiele im Wasser, bevor Wurzeln erscheinen. Besser ist es, den Ableger direkt in lockere, leicht feuchte Erde zu setzen, wenn er bereits kleine Wurzeln hat. Als Substrat eignet sich eine Mischung aus Blumenerde und Perlite oder grobem Sand, damit die Feuchtigkeit nicht staut. Ein zu schwerer, torfhaltiger Topfboden hält das Wasser zu lange und begünstigt Fäulnis.
Verzeiht die Glücksfeder also fast alles? Sie verzeiht vergessenes Gießen, dunkle Ecken und monatelange Vernachlässigung. Nicht verzeiht sie liebevolles Übergießen und verdichtete Erde. Wer den Gießkanal selten in die Hand nimmt, das Substrat locker hält und auf Staunässe verzichtet, hat jahrelang eine Pflanze, die weder Aufmerksamkeit noch Pflegeaufwand einfordert – und das ist genau ihre Stärke.
Ein verstecktes Reservoir schadet nicht nur den Wurzeln. Es zieht Trauermücken an, die ihre Eier in feuchte Erde legen. Auch Schimmel an der Topfwand und unangenehme Gerüche sind typische Folgen. Besonders empfindlich sind Sukkulenten, Kakteen und Kräuter wie Rosmarin oder Thymian. Sie brauchen trockene Phasen und reagieren schnell mit Wurzelfäule, wenn der Boden nie abtrocknet. Bei ihnen sollte man den Übertopf nur kurzzeitig nutzen und den Innentopf nach dem Gießen sofort wieder herausnehmen.
Gelbtafeln richtig einsetzen: Stecken Sie die Tafeln kurz über der Erde, aber nicht direkt in die Gießkanne. Die Mücken fliegen auf die gelbe Farbe und bleiben kleben. Tauschen Sie die Tafeln alle zwei bis drei Wochen, denn Staub mindert die Klebkraft. Ein typischer Fehler ist, die Tafeln zu hoch aufzuhängen. Dann fangen sie kaum etwas. Auch sollten Sie die Tafeln nicht in praller Sonne lassen, weil sie austrocknen. Kleben Sie die Tafeln nie an die Blätter, sonst beschädigen Sie die Pflanze.
Wann Abduschen sinnvoll ist – und wann nicht Abduschen ist die gründlichere Methode, aber nicht für jede Pflanze. Geeignet sind robuste Arten mit glatten, festen Blättern: Gummibaum, Monstera, Philodendron, Zamioculcas. Die Pflanze kommt in die Dusche oder Badewanne, die Erde wird mit einem Stück Plastikfolie abgedeckt, und dann wird mit lauwarmem, weichem Strahl von oben nach unten gespült. Der Strahl darf nicht auf die Erde prasseln, sonst schwemmt er Substrat aus und verdichtet es. Nach dem Duschen lässt man die Pflanze abtropfen und stellt sie erst zurück, wenn die Blätter trocken sind. Staunässe in den Blattachseln führt sonst zu Fäulnis.
Staub auf Blättern ist kein Schönheitsfehler, sondern ein handfestes Problem. Die feine Schicht aus Hausstaub, Küchenfetten und Pollen setzt sich auf der Blattoberfläche fest und verstopft die Spaltöffnungen, über die die Pflanze atmet und Wasser verdunstet. Besonders in trockener Heizungsluft haftet der Staub zäh, weil sich die Blätter statisch aufladen und jede Faser aufnehmen. Wer nichts tut, sieht nach Wochen mattere Blätter, kleinere Zuwächse und bei empfindlichen Arten wie Farnen oder Calathea braune Ränder.
Die Luftfeuchtigkeit entscheidet über die Blattränder Braune Blattspitzen sind fast immer ein Zeichen für zu trockene Luft. Calathea braucht dauerhaft hohe Luftfeuchtigkeit, idealerweise über 60 Prozent. Ein Sprüher mit Wasser hilft kurzfristig, aber nicht dauerhaft. Wer die Pflanze in der Nähe einer Heizung stehen hat, wird das Problem nicht los. Sinnvoller ist eine Gruppe aus mehreren Pflanzen, ein Untersetzer mit Blähton und Wasser oder ein Raum mit natürlicher Feuchtigkeit, etwa ein Badezimmer mit Fenster. Dabei gilt: Staunässe im Untersetzer vermeiden, sonst faulen die Wurzeln.
Für die meisten Pflanzen reicht ein feuchtes Tuch. Lauwarmes Wasser, kein Spülmittel, kein Essig, kein Blattglanzspray. Ein weicher Mikrofaserlappen oder ein Stück Baumwollstoff wird angefeuchtet, nicht getränkt, und das Blatt wird von der Basis zur Spitze in eine Richtung gewischt. Dabei hält eine Hand das Blatt von unten, damit der Stiel nicht knickt. Bei behaarten Blättern wie bei Usambaraveilchen oder Begonien ist Wischen tabu: Die Härchen brechen, und die Pflanze verliert ihren natürlichen Schutz. Hier hilft nur ein weicher Pinsel oder ein trockener Kosmetikpinsel, mit dem der Staub vorsichtig abgebürstet wird.
Licht ist der zweite Stolperstein. Calathea verträgt keine direkte Mittagssonne. Schon eine Stunde hinter Glas kann Blätter verbrennen. Ein halbschattiger Platz nach Norden oder Osten ist gut, ein Vorhang vor einem Südfenster ebenfalls. Gleichzeitig braucht die Pflanze Helligkeit, sonst verliert sie die charakteristische Zeichnung. Wer den Topf regelmäßig dreht, verhindert einseitiges Wachstum. Im Winter ist zusätzliches Licht über einer gewöhnlichen Lampe meist nicht nötig, solange der Standort hell genug bleibt.
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