Wenn der Rebstock blutet: warum das meist harmlos ist

Rhododendren blühen am üppigsten, wenn sie regelmäßig, aber richtig geschnitten werden. Ein Verjüngungsschnitt ins alte Holz kostet die Pflanze viel Kraft und fällt oft ein bis zwei Jahre mit der Blüte aus. Wer dagegen jedes Jahr nur leicht eingreift, hält den Strauch kompakt, ohne den Blütenansatz zu zerstören. Der Unterschied liegt im Zeitpunkt und in der Schnitttiefe, nicht in der Häufigkeit.

Nach dem Austrieb der ersten Blätter lässt der Blutfuss in der Regel von selbst nach. Die Pflanze reguliert sich, sobald sie Wasser über die Blätter verdunsten kann. Ein gesunder Rebstock steckt das problemlos weg. Erst wenn zusätzlich Welke, Flecken oder Wachstumsstillstand auftreten, sollte man an eine Pilz- oder Bakterieninfektion denken und die betroffenen Triebe entfernen. In den meisten Fällen bleibt das Bluten also ein harmloses Schauspiel, das man gelassen beobachten kann.

Ein häufiger Fehler ist der Schnitt in den grünen Blattbereich. Wer nur die Spitzen kürzt, entfernt das dekorative Element, aber nicht die alten Halme. Das Gras sieht danach zerzaust aus und treibt trotzdem ungleichmäßig aus. Ein weiterer Fehler: das Abschneiden direkt am Boden. Dabei wird das Herz verletzt, und die Pflanze braucht länger, um sich zu erholen. Ebenfalls problematisch ist der Schnitt bei feuchtem, mildem Wetter im Winter. Dann sind die Schnittstellen offen, und Pilzsporen haben leichtes Spiel.

Der richtige Winkel entscheidet über den Schnitt Die Schneidfase wird mit einer feinen Feile oder einem Diamantstab bearbeitet. Der entscheidende Punkt ist der Winkel: Er muss dem ursprünglichen Schliff folgen, sonst wird die Klinge zu dünn und bricht aus oder zu dick und schneidet nicht mehr. Als Orientierung dient die vorhandene Fase – sie wird in gleichmäßigen Zügen nachgezogen, immer vom Klingenrücken zur Schneide, niemals umgekehrt. Zu viel Druck erzeugt einen Grat, der die Schnittqualität ruiniert. Nach fünf bis zehn Zügen prüfen, ob sich ein Widerhaken auf der Rückseite gebildet hat.

Kaum sind die ersten warmen Tage im späten Winter oder zeitigen Frühjahr da, tropft es aus frischen Schnittwunden am Rebstock. Der austretende Saft ist dünn und klar bis leicht trüb, oft etwas klebrig. Dieses Phänomen heißt Bluten oder Tränen der Rebe. Es tritt auf, wenn der Wurzelfdruck nach dem Winter wieder steigt und Wasser samt gelösten Nährstoffen nach oben drückt. Da die Pflanze noch kein Laub hat, das Wasser verdunsten könnte, sucht sich die Flüssigkeit den Weg über offene Wunden.

Für den Winterschnitt werden aus dem Vorjahr kräftige, etwa fingerdicke Ruten ausgewählt, die möglichst nah am alten Holz entspringen. Eine Rute dient als Fruchtrute, eine zweite als Ersatz, falls die erste ausfällt. Die Fruchtrute wird auf vier bis sechs Augen eingekürzt. Weniger Augen bedeuten größere Trauben, aber auch weniger Reserven bei Spätfrost. Alle übrigen Triebe werden bis auf kurze Zapfen mit ein bis zwei Augen entfernt. Der Schnitt erfolgt etwa einen Zentimeter über dem ausgewählten Auge, leicht schräg vom Auge weg, damit Wasser abläuft und das Auge nicht austrocknet.

Der Druck entsteht, weil der Boden sich erwärmt und die Wurzeln aktiver werden. Gleichzeitig sind die Leitungsbahnen im Holz durch die Kälte noch nicht vollständig durchgängig. Die Folge: An jeder Schnittstelle bildet sich ein Tropfen, der irgendwann abfällt. Bei starkem Wurzeldruck kann das über Tage oder sogar Wochen anhalten. Wichtig zu wissen: Das Bluten ist kein Zeichen von Krankheit, sondern ein normaler physiologischer Vorgang.

Nach dem Schärfen folgt die Einstellung. Zwischen den beiden Klingen muss ein minimales Spiel bleiben – zu stramm verschraubt, und die Schere klemmt; zu locker, und das Material wird zwischen die Klingen gezogen statt durchtrennt. Die Achsschraube wird so justiert, dass die Klingen auf den letzten Zentimetern vor der Spitze leichten Kontakt haben. Bei Amboss-Scheren liegt der Kontaktpunkt an der Ambosskante, bei Bypass-Scheren an der Schneidkante der Gegenklinge. Eine Vierteldrehung an der Schraube kann hier bereits den Unterschied machen.

Das gleiche gilt für die Luft. Dichte Kronen halten nach Regen die Feuchtigkeit, und genau dort breiten sich Pilzkrankheiten aus. Ein luftiger Aufbau lässt die Blätter schnell abtrocknen. Deshalb werden beim Schnitt nicht nur die unteren, sondern auch die nach innen wachsenden Triebe entfernt. Wer nur die Spitzen kürzt, verstärkt sogar das Wachstum nach innen und verschärft das Problem.

Ziergräser werden oft zu früh zurückgeschnitten. Wer im Herbst oder an einem milden Wintertag zur Schere greift, nimmt den Pflanzen den Schutz, den sie für den Winter brauchen. Die Halme sind kein totes Material, das entfernt werden muss. Sie sind ein funktionierender Mantel um das Herz der Pflanze – die Basis, aus der im Frühjahr neue Triebe austreiben.

Nach dem Schnitt bleibt der Horst zunächst kahl. Das ist normal. Innerhalb weniger Wochen schieben sich die neuen Halme aus der Basis. Wer den Schnitt korrekt ausgeführt hat, erkennt das daran, dass die Triebe kräftig und gleichmäßig austreiben. Ein Nachdüngen ist nicht zwingend nötig, kann aber bei mageren Böden helfen. Wichtig ist, das Schnittgut zu entfernen, damit es nicht auf dem Horst verrottet und Fäulnis begünstigt. Wer diese einfachen Regeln beachtet, hat über Jahre eine gesunde, dichte und blühfreudige Staude.

In case you loved this informative article and you want to receive details concerning bbs.pku.edu.cn assure visit our own webpage.

Leave a Comment

Your email address will not be published. Required fields are marked *