Alte Küchenfronten wirken oft matt, vergilbt oder zerkratzt, obwohl die Korpusse noch stabil sind. Bevor mit dem Schleifen begonnen wird, müssen alle Türen und Schubladenblenden abmontiert werden. Beschläge, Griffe und Scharniere vollständig entfernen und in einem Behälter sammeln, damit später keine Schraube fehlt. Die Fronten flach auf einer sauberen Unterlage ablegen, am besten auf Styropor oder Decken, damit die Kanten nicht abbrechen. Bei lackierten Oberflächen prüfen, ob es sich um Lack oder Folie handelt: Folie lässt sich nicht beizen, sie muss abgeschliffen oder überklebt werden. Wer unsicher ist, macht an der Innenseite einer Tür einen kleinen Test.
Die richtige Zugangsform entscheidet über den Nutz
Der erste Schritt ist keine Zeichnung, sondern eine Messung. Notiere die Raummaße, aber nicht nur die Wände: Auch Fensterbrüstung, Heizkörper, Türblatt inklusive Öffnungsrichtung, Wasseranschlüsse, Abfluss, Stromkreise und die Position des Hauptschalters gehören aufs Papier. Miss außerdem jede Tür und jeden Durchgang, durch den später Möbel oder Geräte getragen werden. Ein Kühlschrank, der durch das Treppenhaus passt, aber nicht durch die Küchentür, ist ein teurer Fehler. Diese Liste ist der Filter für alles Weitere.
Schließlich lohnt ein Blick auf die Tür selbst. Eine nach innen öffnende Wohnungstür raubt wertvollen Platz, den kein Möbelstück zurückholt. Wer die Tür nicht tauschen kann, sollte den Bereich dahinter freihalten und dort höchstens einen flachen Haken für Jacken anbringen. Spiegel sind ein bewährtes Mittel, um Enge zu kaschieren – aber nur, wenn sie nicht gegenüber einer grellen Lichtquelle hängen, denn dann blenden sie, statt den Raum zu weiten. Wer diese Punkte beachtet, gewinnt aus wenigen Quadratmetern einen Eingang, der morgens funktioniert und abends nicht im Weg steht.
Ein häufiger Fehler ist der Dauerbetrieb auf höchster Stufe bei geschlossenem Raum. Das erzeugt nicht nur Lärm, sondern auch Zugluft, die Nacken und Schultern verspannt. Besser ist eine mittlere Stufe mit indirekter Ausrichtung, etwa gegen die Decke oder eine Wand. Die Luft verwirbelt dann im Raum, ohne direkt auf den Körper zu treffen. Wer empfindlich reagiert, sollte den Ventilator mit einer Zeitschaltuhr oder einem Timer betreiben und ihn nicht über Nacht auf den Kopf richten.
Der erste Schliff erfolgt mit Körnung 80 bis 120, um alte Lackschichten und Fettreste zu entfernen. Dabei immer mit der Holzmaserung arbeiten, nicht quer, sonst entstehen tiefe Kratzer. Nach dem Grobschliff folgt ein Zwischenschliff mit Körnung 180 bis 240, bis die Oberfläche gleichmäßig hell und glatt ist. Staub gründlich absaugen und mit einem feuchten Tuch nachwischen, damit keine Schleifpartikel in die Beize gelangen. Ein häufiger Fehler ist zu starkes Drücken auf die Schleifmaschine: Dadurch entstehen Dellen, die später sichtbar bleiben. Bei furnierten Fronten ist Vorsicht geboten, denn zu tiefes Schleifen durchbricht die dünne Furnierschicht.
Ein Klappbett oder Wandbett verschwindet tagsüber komplett und gibt den Raum frei. Es eignet sich, wenn Gäste regelmäßig, aber selten kommen und der Raum sonst als Arbeits- oder Abstellzimmer dient. Beim Einbau ist entscheidend, dass die Wand tragfähig ist und das Bett im heruntergeklappten Zustand nicht in den Laufweg ragt. Wer handwerklich unsicher ist, sollte die Montage nicht selbst versuchen; eine schief sitzende Wandhalterung ist gefährlich und lässt sich kaum korrigieren.
Neue Griffe verändern den Charakter einer Küche stärker als viele denken. Vor dem Bohren den alten Lochabstand messen oder die alten Löcher mit Holzkitt verschließen und verschleifen. Bei neuen Bohrungen immer einen Zentrierbohrer verwenden und die Front von der Rückseite her anbohren, damit die Oberfläche nicht ausreißt. Griffe aus Metall, Holz oder Kunststoff passend zum Stil der Küche wählen. Schrauben nicht zu fest anziehen, sonst platzt das Material. Nach der Montage alle Türen wieder einhängen und die Scharniere nachjustieren, damit die Fronten gleichmäßig schließen.
Nach dem Beizen und Trocknen folgt der Schutzanstrich. Je nach gewünschtem Effekt eignet sich Klarlack, Hartwachsöl oder eine Versiegelung. Bei Küchenfronten ist eine wasserfeste und abriebfeste Oberfläche wichtig, weil täglich Feuchtigkeit und Fett darauf gelangen. Den Schutzanstrich ebenfalls dünn auftragen und zwischen den Gängen leicht anschleifen. Zwischen den einzelnen Schritten immer für ausreichend Trockenzeit sorgen, sonst bleibt die Oberfläche klebrig. Wer die Fronten später mit neuen Griffen bestückt, sollte die Bohrlöcher erst nach dem endgültigen Trocknen setzen, damit keine Feuchtigkeit ins Holz eindringt.
Beizen will gelernt sein: gleichmäßig auftragen statt streichen Vor dem Beizen die Fronten leicht anfeuchten, damit sich die Holzfasern aufstellen und später keine raue Oberfläche entsteht. Nach dem Trocknen nochmals mit Körnung 240 glätten. Beize mit einem Schwamm oder einer Schaumstoffwalze in dünnen Schichten auftragen, immer in eine Richtung. Nicht hin und her streichen, denn das führt zu unschönen Streifen und Flecken. Zwischen den Schichten mindestens so lange warten, wie es der Hersteller angibt. Wer eine gleichmäßige, deckende Farbe möchte, sollte zwei bis drei dünne Schichten wählen statt einer dicken. Ein typischer Anfängerfehler ist zu viel Beize auf einmal: Sie trocknet dann ungleichmäßig und hinterlässt dunkle Ränder.
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