Unabhängig von der Methode gilt: Nach der Glättung das Papier nicht sofort aufhängen. Es sollte einige Stunden flach liegen, damit sich die Spannung endgültig abbaut. Zum Aufhängen eignen sich magnetische Leisten, Klemmschienen oder Rahmen mit säurefreiem Klebeband. Direktes Kleben auf der Wand oder aggressive Klebstoffe vermeiden – sie hinterlassen Flecken und lassen sich nicht rückstandsfrei entfernen. Wer diese vier Methoden kombiniert und geduldig arbeitet, bekommt ein ebenmäßiges Ergebnis, das dauerhaft hält.
Bei Möbeln ändert sich die Rechnung. Über einem Sofa sollte die Unterkante des Bildes etwa 20 bis 25 Zentimeter über der Rückenlehne liegen, damit nichts beim Anlehnen stört. Über einer Kommode oder einem Sideboard zählt der Abstand zur Oberfläche, nicht die absolute Höhe. Wer die Bildmitte starr bei 145 Zentimetern lässt, obwohl das Möbelstück 90 Zentimeter hoch ist, bekommt eine unangenehme Lücke. Hier ist es besser, die Bildmitte an der Möbelhöhe auszurichten und die Augenhöhe nur als grobe Orientierung zu nehmen.
Haken und Kleiderstangen sind der häufigste Fehler im Flur. Sie werden zu tief montiert, weil man bequem greifen will. Das Ergebnis: Jacken hängen bis auf Hüfthöhe herab und werden beim Vorbeigehen mitgerissen. Besser ist es, die Haken so zu setzen, dass die Unterkante der längsten Jacke noch mindestens 1,60 Meter über dem Boden bleibt. Bei Kindern im Haushalt funktioniert das nur mit zwei Ebenen: eine niedrige Reihe für die Kleinen, eine hohe für die Erwachsenen. Wer nur eine Reihe will, montiert sie auf 1,80 Meter und stellt einen Hocker bereit.
Beim Aufhängen lohnt es sich, die spätere Spiegelung vorher zu prüfen. Dazu hält man den Spiegel provisorisch an die Wand und beobachtet, was er zeigt: eine kahle Wand, eine offene Tür oder den Kleiderhaken mit Jacken. Ein Blick in den Spiegel vom Eingang aus verrät, ob der erste Eindruck stimmt. Wer unsicher ist, markiert die Bohrlöcher mit Kreppband und hängt den Spiegel erst nach einem Tag endgültig auf.
Die einfachste Methode ist das Beschweren. Das Papier mit der bedruckten Seite nach unten auf ein sauberes Tuch legen. Darauf eine glatte Platte (Holz, Glas oder dickes Buch) und gleichmäßige Gewichte verteilen. Wichtig: keine scharfen Kanten, die Eindrücke hinterlassen. Nach zwei bis drei Tagen ist das Papier meist deutlich flacher. Bei starkem Rollengedächtnis kann man den Vorgang wiederholen. Diese Methode eignet sich besonders für empfindliche oder beschichtete Papiere, die keine Feuchtigkeit vertragen.
Für Reihen von Bildern gilt: Die gemeinsame Mitte der gesamten Gruppe liegt bei etwa 145 Zentimetern. Einzelne Bilder dürfen davon abweichen, solange die Gruppe als Ganzes auf dieser Linie sitzt. Wer die Mitte jedes Bildes einzeln auf 145 Zentimeter zieht, erzeugt ein Treppenmuster, das unruhig wirkt. Bei sehr hohen Räumen mit Deckenhöhen über drei Metern kann die Bildmitte etwas höher wandern, weil der Raum optisch nach unten drückt. Umgekehrt gilt in niedrigen Räumen: lieber etwas tiefer bleiben, damit die Wand nicht erdrückend wirkt.
Erst die Wand lesen, dann das Papier kleb
Wer schneller arbeiten möchte, kann mit leichter Feuchtigkeit nachhelfen. Ein Sprüher mit destilliertem Wasser, aus mindestens 30 Zentimetern Abstand auf die Rückseite des Papiers nebeln – nicht auf den Druck. Anschließend zwischen zwei saugfähige Tücher legen und mit Büchern beschweren. Das Papier trocknet unter Spannung und bleibt flach. Achtung: Zu viel Wasser führt zu Wellen oder löst wasserlösliche Tinten an. Bei Unsicherheit zunächst an einer Ecke testen. Diese Methode ist für dickeres Papier geeignet, nicht für dünnes Seidenpapier.
Eingerolltes Papier, sei es ein Poster, eine Landkarte oder ein großformatiger Druck, neigt dazu, sich nach dem Ausrollen wieder zusammenzuziehen. Die Ursache liegt in der Materialspannung: Beim Rollen wird die Außenseite gedehnt, die Innenseite gestaucht. Wird das Papier nun flachgelegt, versucht es, in seine alte Form zurückzukehren. Für eine dauerhafte Glättung muss diese Spannung abgebaut werden. Die folgenden vier Methoden haben sich in der Praxis bewährt – vorausgesetzt, man beachtet die materialbedingten Grenzen.
Der Blick zur Tür ist der häufigste Fehler. Hängt der Spiegel direkt gegenüber der Wohnungstür, sieht man beim Öffnen den Flur doppelt und verliert die Orientierung. Besser ist eine Position an der Seite, sodass der Spiegel die Tür nur streift. So bleibt der Eingang sichtbar, und der Spiegel reflektiert trotzdem Licht in den Raum. In schmalen Fluren kann ein Spiegel an der Stirnseite gegenüber einem Fenster für Helligkeit sorgen, ohne den Eingangsbereich zu verwirren.
Eine weitere Möglichkeit ist das Bügeln. Das Papier mit der bedruckten Seite nach unten auf ein Baumwolltuch legen, darüber ein zweites Tuch. Das Bügeleisen auf niedrige bis mittlere Temperatur stellen, Dampfstöße vermeiden. Mit sanftem Druck in kreisenden Bewegungen über die Rückseite fahren. Nach jedem Zug das Papier anheben, damit keine Feuchtigkeit eingeschlossen wird. Dieser Vorgang ist riskant bei empfindlichen Drucken – Hitze kann Farben verändern. Daher immer erst an einem unsichtbaren Rand testen. Nach dem Bügeln das Papier flach auskühlen lassen, bevor es bewegt wird.
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