Vor dem Spachteln wird der Riss freigelegt. Mit einem Schaber oder einem Schraubendreher die losen Putzreste und den Staub aus der Fuge kratzen, bis der Riss an den Rändern fest ist. Anschließend gründlich absaugen oder ausbürsten. Ein häufiger Fehler ist, den Staub nur wegzuwischen: Spachtelmasse haftet dann schlecht und der Riss reißt nach dem Trocknen erneut auf. Saugfähige Untergründe vorher mit einem Tiefengrund behandeln, damit die Masse nicht zu schnell Wasser verliert.
Risse in Wand und Decke sind selten ein reines Oberflächenproblem. Bevor Spachtelmasse in die Fuge wandert, lohnt ein Blick auf Ursache und Verlauf. Haarrrisse verlaufen meist netzartig und dünn, sie entstehen durch Schwinden des Putzes oder durch Temperaturschwankungen. Setzungsrisse sind dagegen breiter, laufen oft diagonal von Ecken oder Fensterlaibungen weg und deuten auf Bewegungen im Bauwerk hin. Ein Riss, der über Monate gleich breit bleibt, ist unkritisch. Ein Riss, der weiter aufgeht oder dessen Kanten unterschiedlich hoch stehen, verlangt eine genauere Prüfung, bevor gespachtelt wird.
Ein oft übersehener Punkt ist der Abstand zum Fenstergriff. Bei allen drei Systemen muss der Griff frei bleiben, sonst lässt sich das Fenster nicht mehr kippen. Ebenso wichtig: die Lichtundurchlässigkeit. Lamellen und Rollos gibt es in blickdicht und lichtdurchlässig. Für Schlafräume ist blickdicht sinnvoll, für Küchen reicht meist ein halbtransparenter Stoff. Wer tagsüber Sichtschutz und nachts Verdunkelung will, kombiniert besser ein Plissee mit einem zusätzlichen Vorhang als ein einzelnes System zu überlasten.
Für die Farbwahl gilt: Der Unterton entscheidet, nicht der Name auf der Farbkarte. Ein Grau mit Blaustich wirkt in Nordräumen kühl und grau, dasselbe Grau mit Gelbanteil wirkt dort warm. Deshalb immer einen Testanstrich von mindestens 30 mal 30 Zentimetern an der echten Wand anlegen und zwei Tage lang bei Tageslicht und abends mit der späteren Beleuchtung prüfen. Zwei Anstriche auftragen, sonst täuscht der Untergrund die Farbe. Typischer Fehler: Farbe nur auf einem kleinen Pappstück beurteilen, das im Laden oder am Fenster liegt.
Das Raster bestimmen, bevor der erste Nagel sitzt Nun das Raster wählen. Zwei Grundordnungen sind üblich: streng symmetrisch in Spalten und Reihen oder organisch mit einer gedachten Mittellinie, um die die Rahmen ausbalanciert werden. Bei symmetrischen Rastern legt man zuerst die Zahl der Spalten fest und hält die vertikalen Abstände über alle Reihen konstant. Bei organischen hängen alle Rahmen an einer gemeinsamen horizontalen oder vertikalen Achse – das hält die Gruppe zusammen, auch wenn Formate und Größen wechseln. Ein häufiger Fehler: mittig über dem Sofa aufhängen, aber die Mittellinie des Rasters auf die Wandmitte beziehen statt auf die Möbelmitte. Beides fällt auseinander und die Wand wirkt schief.
Beim Abdichten von Duschbereichen entscheidet sich oft schon nach wenigen Monaten, ob die Arbeit sauber bleibt oder ob Schimmel und Undichtigkeiten auftreten. Die meisten Probleme entstehen nicht durch fehlendes Material, sondern durch falsche Vorbereitung und ungeeignete Produkte. Wer die typischen Fehler kennt, kann sie gezielt vermeiden.
Worauf es bei der Befestigung ankommt Plissees sind gefalteter Stoff, der sich ziehharmonikaartig zusammenzieht. Sie sind leicht, lassen sich ohne Bohren mit Klemm- oder Klebeträgern montieren und eignen sich deshalb gut für Mietwohnungen. Entscheidend ist die Spannung: Zu locker gespannt, hängen sie durch; zu straff, verzieht sich der Rahmen. Bei Fenstern, die nach innen aufgehen, muss das Plissee am Flügel befestigt werden, sonst kollidiert es mit dem Griff. Ein häufiger Fehler ist, die Faltenbreite zu ignorieren – bei schmalen Fenstern wirkt ein grob gefaltetes Plissee schnell klobig.
Typische Fehler: zu hoch hängen, sodass die Wand oben leer bleibt; gleiche Abstände erzwingen, obwohl die Formate es nicht hergeben; Nägel ohne Dübel in bröckelndem Putz; Rahmen mit unterschiedlicher Tiefe nebeneinander, die Schatten werfen. Wer diese Punkte vor dem ersten Loch klärt, spart sich später das Zuspachteln.
Lamellen sind schmale, meist senkrecht oder waagerecht laufende Kunststoff- oder Aluminiumstreifen. Sie eignen sich für breite Fenster und lassen sich stufenlos drehen, sodass Licht hereinkommt, ohne dass man von außen gesehen wird. Der Haken: Sie brauchen eine stabile Führung. In Mietwohnungen werden sie oft mit Klemmträgern am Fensterflügel befestigt. Sitzt der Träger nicht exakt, hängen die Lamellen schief und schleifen beim Öffnen. Wer keinen Rahmen mit flacher Auflagefläche hat, sollte von Lamellen absehen.
Beleuchtung statt Deckenspot an jeder Ecke Ein einzelner Deckenstrahler macht aus jedem Gästebad eine Schattenhöhle. Planen Sie drei Lichtquellen mit unterschiedlichen Aufgaben. Über dem Waschbecken sitzt eine Wand- oder Spiegelleuchte, die das Gesicht von vorn ausleuchtet und keine Schatten auf die Augenpartie wirft. Ein breiter Lichtaustritt vor dem Spiegel ist dabei wirksamer als ein punktförmiger Spot. Für die Grundhelligkeit genügt eine Deckenleuchte mit warmweißem Licht um dreitausend Kelvin. Eine kleine, separat geschaltete Leuchte über der Toilette oder in der Duschnische verhindert, dass nachts das ganze Bad in grelles Licht getaucht wird.
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