4 Fehler beim Schnitt von Himbeeren, die die Ernte kosten

Vertrocknete Efeuranken an einer Mauer sehen unordentlich aus, doch der Versuch, sie einfach abzureißen, endet meist mit abgeplatzter Farbe, herausgerissenen Fugen oder beschädigten Steinen. Wer die Triebe ohne Zugkraft entfernen will, muss sie zuerst vom Untergrund lösen, statt an ihnen zu ziehen. Das gelingt mit wenigen Werkzeugen und etwas Geduld.

Der Stummel und die Kerbe: zwei typische Fehler Ein Stummel entsteht, wenn der Schnitt zu weit außen liegt. Der Baum kann diesen Rest nicht überwallen, weil die Rinde des Stummels abstirbt. Es bildet sich eine Faulstelle, die Jahre später in den Stamm hineinreicht. Eine Kerbe entsteht, wenn der Schnitt zu tief geführt wird und den Wulst oder sogar das Kambium des Stammes verletzt. Dann fehlen die teilungsfähigen Zellen, und die Wunde schließt sich nur langsam. Besonders bei starken Ästen ab etwa fünf Zentimetern Durchmesser sind diese Fehler schwer zu korrigieren.

Die Einstellung ist genauso wichtig wie die Schärfe. Zwischen Klinge und Gegenklinge muss ein minimales Spiel bleiben, sonst reiben die Flächen aufeinander und werden schnell stumpf. Ist die Schraube zu locker, weicht die Klinge beim Schneiden aus und quetscht den Zweig. Ziehen Sie die Schraube so an, dass die Schere gerade noch leichtgängig schließt, aber kein Lichtspalt zwischen den Klingen sichtbar ist. Bei manchen Modellen lässt sich die Gegenklinge mit einer zweiten Schraube justieren. Prüfen Sie nach jeder Änderung den Schnitt an einem weichen Zweig.

Die Klinge wird nur auf der Fase geschliffen, also auf der abgeschrägten Seite. Der originale Winkel liegt meist zwischen 20 und 25 Grad. Diesen Winkel hältst du beim Feilen konstant, indem du die Feile flach auf die Fase legst und in eine Richtung ziehst, nicht hin und her sägst. Zwei bis drei Züge pro Seite genügen bei leichter Stumpfheit. Zu viel Materialabtrag macht die Klinge dünn und instabil. Die flache Rückseite der Klinge wird nur abgezogen, um den Grat zu entfernen; dort darf kein neuer Winkel entstehen. Ein Grat auf der Rückseite ist die häufigste Ursache dafür, dass eine frisch geschärfte Schere sofort wieder klemmt.

Ein häufiger Fehler ist das Arbeiten von oben nach unten. Die oberen Ranken fallen dann auf die unteren und reißen sie mit. Besser beginnt man unten und arbeitet sich in Bahnen nach oben. Ein zweiter Fehler ist der Einsatz von Drahtbürsten oder Hochdruckreinigern. Beide zerstören die Oberfläche und hinterlassen Kratzspuren, die später Feuchtigkeit aufnehmen. Wer die Ranken anschließend kompostieren will, sollte sie vorher zerkleinern, sonst treiben die Haftwurzeln in feuchter Umgebung erneut aus.

Ein Ast wird oft deshalb falsch abgeschnitten, weil der Schnitt zu weit außen oder zu tief innen angesetzt wird. Beides verlängert die Wundheilung erheblich. Der Baum besitzt am Übergang vom Ast zum Stamm eine verdickte Zone, den Astwulst. In diesem Gewebe sitzen teilungsaktive Zellen, die eine Wunde schnell überwallen können. Wer den Schnitt genau an dieser Verdickung führt, nutzt die natürliche Abwehr des Baumes. Wer daneben schneidet, hinterlässt entweder einen Stummel oder eine tiefe Kerbe. Beide Varianten sind Eintrittspforten für Pilze und Bakterien.

Himbeeren tragen entweder einmal oder zweimal pro Jahr. Diese Eigenschaft entscheidet, wann und wie stark geschnitten wird. Wer beiden Gruppen gleich behandelt, verliert entweder die Herbst- oder die Sommerernte. Die Unterscheidung ist keine Geschmacksfrage, sondern eine biologische Notwendigkeit: Einmal tragende Sorten bilden die Früchte nur an zweijährigen Ruten, zweimal tragende Sorten liefern im Herbst an einjährigen und im darauffolgenden Sommer an denselben, nun zweijährigen Ruten.

Haftwurzeln mit Gefühl statt mit Kraft lösen Efeu haftet nicht mit Dornen, sondern mit kleinen Haftwurzeln, die sich in feine Poren des Untergrunds klammern. Diese Haftwurzeln lassen sich mit einem flachen Spachtel oder einem Kunststoffschaber untergreifen. Das Werkzeug wird flach an die Wand angesetzt und mit leichtem Druck nach oben geschoben. Wichtig ist ein stumpfer Winkel von etwa 30 Grad. Zu steil angesetzt, gräbt sich die Klinge in den Putz. Bei rauem Mauerwerk arbeitet man in kurzen Bewegungen über die Fläche, nicht in die Tiefe.

Was außerhalb der Schonzeit gilt und worauf man achten sollte Vom 1. Oktober bis zum 28. Februar dürfen Hecken und Gehölze grundsätzlich stärker zurückgeschnitten werden. Das bedeutet aber nicht, dass alles erlaubt ist. Wer jetzt zur Säge greift, sollte dennoch behutsam vorgehen. Ein radikaler Rückschnitt auf den Stock ist zwar außerhalb der Brutzeit zulässig, kann aber für das Wachstum der Pflanze problematisch sein. Viele Heckenpflanzen wie Thuja, Hainbuche oder Liguster treiben nach einem starken Rückschnitt nur zögerlich wieder aus. Besser ist es, die Hecke regelmäßig und maßvoll zu schneiden, statt sie alle paar Jahre komplett zu kappen. So bleibt sie dicht und gesund. Ein weiterer Punkt: Auch außerhalb der gesetzlichen Schonzeit können Nester von Vögeln oder Ruhestätten von Fledermäusen vorhanden sein. Wer ein Nest entdeckt, sollte den Schnitt an dieser Stelle verschieben oder ganz darauf verzichten.

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