Einmal tragende Sorten: Ruten nach der Ernte bodennah entfernen Bei einmal tragenden Himbeeren wachsen im ersten Jahr neue Ruten, die noch keine Früchte tragen. Im zweiten Jahr bilden diese Ruten Seitentriebe mit Blüten und Früchten. Nach der Ernte im Sommer sterben die abgetragenen Ruten ab. Der Schnitt erfolgt direkt nach der Ernte: Alle Ruten, die Früchte getragen haben, werden bodennah abgeschnitten. Die jungen, grünen Ruten bleiben stehen – sie sind die Basis für die nächste Saison. Ein häufiger Fehler ist, alle Ruten gleichzeitig zu kürzen. Wer im Sommer alles abschneidet, entfernt auch die jungen Ruten und verliert die Ernte des Folgejahres.
Die erste Gruppe blüht bereits im zeitigen Frühjahr, oft schon im April, an den Trieben des Vorjahres. Dazu gehören vor allem die kleinblütigen, wintergrünen Arten wie Clematis alpina, Clematis macropetala und Clematis montana. Diese Pflanzen treiben im Herbst oder Winter aus und blühen, bevor der Neuaustrieb richtig loslegt. Schneidet man sie im Frühjahr stark zurück, verliert man die gesamte Blüte. Der richtige Eingriff erfolgt direkt nach der Blüte: Man lichtet die ältesten Triebe aus, kürzt überlange Ruten und entfernt nur das, was stört. Ein radikaler Rückschnitt ist hier nur nötig, wenn die Pflanze völlig verfilzt ist – dann blüht sie ein Jahr lang kaum, erholt sich aber wieder.
Ein zweiter Fehler: Zu spätes Schneiden. Bleiben die alten Ruten bis in den Herbst stehen, behindern sie Licht und Luft für die jungen Triebe. Das fördert Pilzkrankheiten und mindert den Ertrag. Nach dem Schnitt sollten die jungen Ruten einen Abstand von etwa 15 bis 20 Zentimetern haben. Zu dichte Bestände werden ausgedünnt, indem die schwächsten Ruten entfernt werden.
Der wichtigste Faktor ist der Zeitpunkt. Ein radikaler Rückschnitt im Spätherbst oder Winter kostet den Strauch Reservestoffe, die er für den Austrieb braucht, und macht die frischen Triebe anfällig für Spätfröste. Besser ist ein Schnitt direkt nach der Blüte oder im zeitigen Frühjahr, kurz bevor die Knospen schwellen. Wer im Sommer schneidet, riskiert Verbrennungen an der plötzlich freigelegten Rinde und einen Austrieb, der vor dem Winter nicht mehr ausreift.
Ein typischer Fehler bei zweimal tragenden Sorten ist der Schnitt im Frühjahr. Wer im März alle Ruten auf den Boden setzt, zerstört die bereits angelegten Blüten für die Herbsternte. Ein weiterer Fehler: Das Stehenlassen alter Ruten über mehrere Jahre. Zweimal tragende Himbeeren verlieren an Vitalität, wenn die Ruten zu alt werden. Spätestens nach der zweiten Ernte müssen sie weg. Wer unsicher ist, ob eine Sorte einmal oder zweimal trägt, beobachtet ein Jahr lang: Bilden sich im Herbst Früchte an den Rutenenden, handelt es sich um eine zweimal tragende Sorte.
Warum die Säge den Arm ersetzt, nicht verlängert Beim Schneiden über Kopf oder in der Höhe ist die entscheidende Frage nicht, wie weit man reicht, sondern wie man den Schnitt führt. Ein ausgestreckter Arm bedeutet: kein Hebel, keine Kontrolle, keine Kraftübertragung. Die Säge rutscht, das Blatt verklemmt, und der Körper reagiert mit einem Ruck – genau in dem Moment, in dem der Stand am instabilsten ist. Wer stattdessen die Leiter versetzt oder ein längeres Werkzeug nutzt, schneidet kontrolliert und bleibt im sicheren Bereich. Die Leiter ist das Werkzeug, das den Abstand vorgibt; die Säge ist das Werkzeug, das den Schnitt macht. Beides zu vermischen, ist der Fehler.
Die Schnittfläche sollte nicht gestrichen werden, solange sie sauber und glatt ist. Wundverschlussmittel sind nur bei großen Wunden an Obstgehölzen sinnvoll, und auch dort nur dünn. Ein dicker Film behindert die natürliche Abschottung. Typischer Fehler: das großzügige Einschmieren mit Baumwachs, das Feuchtigkeit staut und Fäulnis fördert. Ebenso falsch ist es, alle Triebe gleichzeitig zu kürzen. Wer zu viel auf einmal entfernt, zwingt die Pflanze zu Notaustrieb und schwächt die Fassade für die gesamte Saison.
Der richtige Zeitpunkt für den Schnitt ist entscheidend. Einmal tragende Sorten werden direkt nach der sommerlichen Ernte geschnitten, meist im Juli oder August. Zweimal tragende Sorten schneidet man entweder im Spätherbst nach der Herbsternte oder im zeitigen Frühjahr, bevor der Neuaustrieb beginnt. Ein Schnitt im Winter bei Frost ist zu vermeiden, weil die Wunden dann schlecht verheilen. Nach dem Schnitt empfiehlt es sich, die Rutenreste aus dem Beet zu entfernen, um Pilzsporen keine Angriffsfläche zu bieten. Wer diese Regeln beachtet, erhält über Jahre hinweg gleichbleibend hohe Erträge – unabhängig davon, welchen Typ Himbeere im Garten steht.
Bei zweimal tragenden Sorten ist der Schnitt anders. Diese Pflanzen tragen im Herbst am oberen Teil der einjährigen Rute. Im darauffolgenden Sommer fruchtet der untere Teil derselben Rute. Nach der zweiten Ernte stirbt die Rute ab. Hier gibt es zwei Strategien: Entweder man schneidet im Spätherbst nach der Herbsternte alle Ruten bodennah ab – dann gibt es nur eine Ernte pro Jahr, aber kräftige Pflanzen. Oder man lässt die Ruten stehen und erntet im nächsten Sommer ein zweites Mal an derselben Rute. Wer sich für die zweite Variante entscheidet, muss nach der Sommerernte die abgetragenen Ruten entfernen.
If you have any questions concerning where and ways to utilize https://bom.so, you can call us at our own site.
