Bananenwasser auf Blättern: Dünger oder Schimmelrisiko?

Sinnvoller als das Abwischen ist, Bananenwasser als schwache Ergänzung ins Gießwasser zu geben. Einmal im Monat, verdünnt, direkt in die Erde. So gelangen die Mineralien dorthin, wo die Wurzeln sie aufnehmen, ohne die Blattoberfläche zu belasten. Blätter reinigt man besser mit klarem, lauwarmem Wasser und einem weichen Tuch. Das entfernt Staub zuverlässig, ohne Zuckerfilm, ohne Schimmelrisiko und ohne Verbrennungen. Wer dennoch Bananenwasser auf Blätter gibt, sollte die Pflanze danach zwei Tage im Halbschatten stehen lassen und die Blätter kontrollieren.

Wie man Bananenwasser richtig ansetzt und anwendet Für einen Liter Wasser reichen zwei bis drei Schalen. Das Gefäß bleibt zugedeckt bei Raumtemperatur stehen, nicht länger als 48 Stunden, sonst kippt der Ansatz und riecht gärig. Anschließend abseihen und das Wasser im Verhältnis eins zu drei mit klarem Wasser verdünnen. Zum Abwischen ein weiches Tuch leicht anfeuchten, nicht tropfnass. Die Blattunterseite mit den Spaltöffnungen wird ausgelassen, dort verstopfen die Rückstände die Poren. Nach dem Abwischen mit einem zweiten, trockenen Tuch nachwischen, damit kein Film bleibt.

Wann der Wintermodus beginnt und woran man ihn erkennt Der Auslöser ist nicht der Kalender, sondern das Wachstum. Sobald kein neuer Austrieb mehr erscheint und die Blätter kleiner oder matter werden, fährt die Pflanze herunter. Bei vielen Arten passiert das, wenn die Tageslänge unter etwa zehn Stunden fällt und die Temperaturen nachts dauerhaft unter zehn Grad bleiben. Jetzt ist der Moment, den Wasserverbrauch zu drosseln. Ein häufiger Fehler ist, weiter nach festem Wochenplan zu gießen. Besser ist es, den Topf zu prüfen: Steckt man einen Finger zwei bis drei Zentimeter tief in das Substrat und fühlt dort noch Feuchtigkeit, wird nicht gegossen. Das gilt besonders für Pflanzen mit dicken Blättern oder Speicherorganen, die Wasser lange halten.

Das Abwischen mit Bananenwasser kann Staub entfernen und die Spaltöffnungen kurzfristig frei machen. Der Effekt hält jedoch nur wenige Tage, weil sich auf dem Zuckerfilm schnell Staub und Mikroorganismen ansiedeln. Bei Pflanzen mit behaarten oder geriffelten Blättern, etwa Usambaraveilchen oder Farnen, bleibt die Flüssigkeit in den Vertiefungen stehen. Dort entstehen binnen weniger Tage dunkle Flecken, die auf Schimmelbefall hindeuten. Glatte, ledrige Blätter wie die von Gummibaum oder Monstera vertragen die Behandlung besser, brauchen sie aber nicht.

Wenn Sie diese Anzeichen bemerken, handeln Sie sofort. Spülen Sie das Substrat mit lauwarmem, kalkarmem Wasser durch: Stellen Sie den Topf in die Badewanne oder Spüle und gießen Sie langsam die zwei- bis dreifache Topfmenge Wasser darüber, damit die Salze ausgewaschen werden. Lassen Sie anschließend gut abtropfen. Entfernen Sie beschädigte Blätter und stellen Sie die Pflanze für vier bis sechs Wochen an einen hellen, aber nicht sonnigen Platz – ohne weitere Düngergaben. Erst wenn neuer Austrieb sichtbar ist, beginnen Sie wieder mit einer stark verdünnten Dosis.

Blähton, Kies oder Tonscherben am Topfboden gelten als Klassiker. Bei Töpfen mit Abflussloch ist diese Schicht jedoch häufig kontraproduktiv. Sie hebt die wasserführende Zone an. Das Substrat darüber bleibt länger feucht, weil die Kapillarkraft das Wasser aus der groben Schicht nicht nach oben zieht. Besser ist eine durchgängige, strukturstabile Erde mit mineralischen Anteilen wie Perlite, Bims oder Sand. Diese Mischung speichert Wasser in den Poren, gibt es aber auch wieder ab. Eine Drainageschicht braucht es nur bei Gefäßen ohne Loch – und selbst dort löst sie das Grundproblem nicht.

Auch die Wassertemperatur spielt jetzt eine größere Rolle als im Sommer. Kaltes Leitungswasser direkt auf einen durchgewurzelten Ballen kann bei empfindlichen Arten Wurzelschäden verursachen. Das Wasser sollte mindestens Zimmertemperatur haben. Wer kalkarm gießen muss, sammelt Regenwasser oder lässt Leitungswasser einige Stunden stehen. Gedüngt wird ab dem Beginn des Wintermodus gar nicht mehr oder nur noch in sehr geringer Konzentration, und zwar ausschließlich bei Pflanzen, die weiter aktiv wachsen. Wer jetzt noch regelmäßig düngt, treibt die Pflanze zu einem Austrieb, den sie mit dem wenigen Licht nicht versorgen kann.

Bananenwasser entsteht, wenn Schalen einige Tage in Wasser ziehen. Dabei gehen Kalium, Magnesium und geringe Mengen Phosphor in die Flüssigkeit über. Diese Mineralien sind für Pflanzen verwertbar, allerdings in niedriger Konzentration. Wer Blätter damit abwischt, verteilt also eine verdünnte Nährlösung auf der Blattoberfläche. Der sichtbare Glanz kommt nicht von den Nährstoffen, sondern von gelösten Zuckern und Stärkeresten aus der Schale. Diese Rückstände sind der eigentliche Knackpunkt.

Die Umstellung selbst erfolgt in Stufen. In der ersten Woche nach dem ersten Kältereiz gießt man noch normal, aber seltener. In der zweiten Woche verlängert man die Abstände deutlich. Ab der dritten Woche wird nur noch so viel Wasser gegeben, dass der Wurzelballen nicht vollständig austrocknet. Bei immergrünen Pflanzen, die auch im Winter assimilieren, darf die Erde nie ganz trocken fallen. Bei laubabwerfenden Arten dagegen darf das Substrat zwischen den Wassergaben fast abtrocknen. Wer das verwechselt, verliert entweder Blätter durch Trockenheit oder Wurzeln durch Fäulnis.

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