Eine Dartscheibe zu wechseln klingt nach einer Sache von Minuten. Tatsächlich steckt der Aufwand fast nie im Anbringen der neuen Scheibe, sondern im Entfernen der alten. Wer hier schlampig arbeitet, nimmt Löcher, Klebereste oder eine beschädigte Wand mit in die nächste Montage. Die folgende Reihenfolge hat sich bewährt, weil sie die Scheibe zuerst löst, dann die Rückstände beseitigt und erst am Ende die Wand für die neue Montage vorbereitet.
Eine Sisalscheibe besteht aus gepressten Agavenfasern. Die Löcher schließen sich, wenn du den Dart herausziehst, deshalb hält sie bei guter Pflege jahrelang. Du brauchst allerdings Platz: Der Abstand zur Abwurflinie beträgt 2,37 Meter, gemessen von der Scheibenfläche bis zur Wand. Dazu kommen mindestens 30 Zentimeter umlaufend für Fehlwürfe. Ein Schutzring oder eine Filzauflage an der Wand ist keine Option, sondern Pflicht, sonst sind Putz und Tapete schnell beschädigt. Typischer Anfängerfehler: zu hoch aufhängen. Die Mitte der 20 muss exakt 1,73 Meter über dem Boden liegen, gemessen senkrecht von der Abwurflinie.
Bevor du überhaupt anfängst, solltest du wissen, womit die Scheibe befestigt ist. Die drei üblichen Fälle sind eine Schraube durch das Zentrum, ein Halterahmen oder ein Klebesystem auf der Rückseite. Schraube oder Rahmen lassen sich mit einem passenden Schraubendreher lösen, ohne dass die Wand in Mitleidenschaft gezogen wird. Bei Klebesystemen ist Geduld wichtiger als Kraft: Ein zu schnelles Abreißen zieht Putz oder Tapete mit. Lege vor dem ersten Handgriff eine Decke unter den Arbeitsbereich, denn herunterfallende Darts oder abplatzende Wandstücke hinterlassen sonst Dellen im Boden.
Dartscheiben brauchen eine stabile, möglichst schwingungsarme Unterlage. Rigips oder dünne Holzverkleidungen geben nach und lassen die Darts herausfallen. Setze Dübel, die für das Gewicht der Scheibe plus der Zugkraft beim Herausziehen der Darts ausgelegt sind. Bei einer Stahlscheibe mit Sisal-Kern sind das schnell mehrere Kilogramm. Bohre die Löcher exakt auf Höhe der Aufhängung, nicht nach Augenmaß. Eine Wasserwaage am Halter verhindert, dass die Scheibe schief hängt.
Dübel und Reste sauber entfernen, ohne die Wand zu zerstören Sind die Schrauben raus, bleibt oft der Dübel im Loch. Der lässt sich mit einer Spitzzange packen und mit leichter Drehbewegung herausziehen. Sitzt er fest, hilft eine dünne Holzschraube: hineindrehen, bis sie greift, dann mit dem Hammer leicht hebeln. Keinesfalls mit Gewalt reißen, sonst bricht ein ganzes Stück Putz heraus. Ist der Dübel draußen, kontrolliert man das Loch auf alte Farbreste, Kleber oder Styropor. Alles, was nicht tragfähig ist, muss raus, sonst hält später kein neuer Dübel.
Wie die Rotation richtig abläuft Die wirksame Methode ist die gleichmäßige Drehung um definierte Positionen. Bei einem klassischen Board mit Zahlenkranz und fest verschraubtem Spider löst man zuerst die Befestigungsschraube oder den Zentralverschluss, dreht die Scheibe um exakt eine Segmentposition weiter und fixiert sie wieder. Als Orientierung dient die Zwölf-Uhr-Position: Statt die 20 oben zu lassen, wandert die 20 beispielsweise auf die Position der 3, beim nächsten Mal auf die 4 und so weiter. So wird jede Region des Boards über die Zeit gleichmäßig belastet. Wer das Board nur alle paar Monate dreht, sollte es dann um mehrere Positionen weiterdrehen, nicht um eine einzelne.
Besonders hartnäckig sind Kleberückstände von selbstklebenden Wandschutzmatten. Diese lassen sich mit einem Kunststoffschaber abziehen. Warme Luft aus einem Föhn weicht den Kleber an, ohne die Tapete zu verbrennen. Bei gestrichenen Wänden vorher an einer unauffälligen Stelle testen, ob Farbe mitkommt. Ein häufiger Fehler ist der Einsatz von Lösungsmitteln: Sie greifen oft die Wandfarbe an und hinterlassen Flecken, die man später mühsam überstreichen muss.
Die Wahl zwischen einer Sisalscheibe und einer elektronischen Dartscheibe hängt weniger vom Budget ab als davon, wie, wo und mit wem du spielst. Beide Systeme haben klare Stärken und ebenso klare Schwächen. Wer das vor dem Kauf durchdenkt, spart sich später Frust und Fehlkäufe.
Zum Schluss wird die Fläche geprüft. Kleine Löcher lassen sich mit Fertigspachtel verschließen, größere brauchen zwei Arbeitsgänge, weil das Material beim Trocknen schrumpft. Nach dem Trocknen schleift man die Stelle leicht ab und grundiert sie. Erst dann ist die Wand bereit für die neue Halterung. Wer diese Reihenfolge einhält, spart sich doppelte Arbeit und hat am Ende eine saubere Auflagefläche, auf der die nächste Scheibe exakt und stabil sitzt.
Erst messen, dann bohren Vor dem Anzeichnen wird der Bodenbelag geprüft. Teppich oder eine dicke Matte verändern die effektive Höhe, wenn darauf gestanden wird. Die Abwurflinie sollte eine feste Kante haben, etwa ein Brett oder eine Klebemarkierung, die nicht verrutscht. Wer die Linie nur mit Kreide zieht, tritt sie schnell weg. Für die Wandmontage eignet sich eine stabile Halterung oder ein Schrank, der die Scheibe aufnimmt und die Wand schützt. Eine einfache Aufhängung reicht nur bei leichten Boards und weichem Untergrund.
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