Gurkenradweg in 3 Tagen: was Sie bei der Planung beachten müssen

Ein weiterer Punkt ist die Rücksicht auf die Natur. Werfen Sie keinen Müll ins Wasser, auch keine „biologisch abbaubaren” Reste. Apfelschalen und Brot brauchen Monate, bis sie verrottet sind, und locken Tiere an, die davon nicht gesund werden. Wenn Sie eine Pause machen, suchen Sie sich eine offene Wiese oder einen offiziellen Rastplatz – nicht das Schilf, denn dort brüten Vögel am Boden. Und: Lärm ist der größte Störfaktor. Reden Sie leise, verzichten Sie auf Musikboxen und rufen Sie nicht quer über das Wasser. Wer sich so verhält, wird mit unvergesslichen Begegnungen belohnt. Der Eisvogel sitzt oft auf den Weiden direkt über dem Wasser, und wenn Sie stillhalten, fliegt er nicht sofort davon.

Bevor Sie aufbrechen, prüfen Sie die Wetterlage. Nach starkem Regen steigt der Wasserstand, und manche Fließe sind dann schneller als sonst. Ein guter Tipp: Starten Sie früh am Morgen, wenn der Wind noch schwach ist und die meisten Tagestouristen noch schlafen. Die fünf empfohlenen Touren beginnen alle an einem Kanuverleih mit eigenem Einstieg – dort bekommen Sie auch eine Karte, auf der die Rundwege markiert sind. Achten Sie darauf, dass Ihr Boot nicht zu schwer beladen ist. Eine wasserdichte Tasche mit Proviant, ein Paar Wechselschuhe und eine Regenjacke reichen völlig aus. Verzichten Sie auf schwere Kühltruhen oder große Rucksäcke – sie machen das Boot instabil und das Paddeln anstrengend.

Am Ende Ihrer Tour ist die richtige Rückgabe und Pflege des Boards fast so wichtig wie die Fahrt selbst. Spülen Sie das Board nach dem Kontakt mit Schlamm oder Pflanzenresten gründlich mit Süßwasser ab. Lassen Sie es an der Luft trocknen, bevor Sie es zusammenrollen. Kontrollieren Sie die Ventile und die Nähte auf Beschädigungen – kleine Risse können sich sonst beim nächsten Einsatz vergrößern. Wenn Sie ein Board gemietet haben, melden Sie etwaige Schäden sofort dem Verleih, um Streitigkeiten zu vermeiden. Denken Sie auch an die Umwelt: Nehmen Sie allen Müll wieder mit, auch organische Reste. So bleibt der Spreewald für alle ein schönes Revier, und Sie können sich beim nächsten Besuch auf unverändert klare Fließe freuen.

Wie Sie die drei Orte am besten kombinieren Die ideale Route beginnt in Burg, das die größte Auswahl an Verleihstationen und Gastronomie bietet. Mieten Sie dort ein Kanu oder Tretboot und paddeln Sie zunächst in Richtung Leipe. Die Strecke dauert je nach Kondition und Pausen zwischen einer und anderthalb Stunden. In Leipe machen Sie einen Landgang von etwa 45 Minuten, bevor Sie weiter nach Lehde fahren. Auf dem Weg dorthin passieren Sie mehrere Schleusen – hier ist Vorsicht geboten: Vor dem Einfahren in eine Schleuse immer warten, bis das Wasser den unteren Pegel erreicht hat. Drängeln führt zu unnötigen Staus und kann das Boot beschädigen.

Die fünf stillen Runden – so finden Sie Ihre Route Die erste Runde startet in Lehde und führt über den Großes Fließ in Richtung Burg. Sie ist etwa zwei Stunden lang und ideal, um sich mit dem Boot vertraut zu machen. Die zweite Tour beginnt in Lübbenau und nutzt das kleine Fließsystem um die Inseln herum – hier müssen Sie an einigen Stellen unter niedrigen Brücken hindurchfahren. Die dritte Runde ist die anspruchsvollste: Sie verbindet den Nordumfluter mit dem Südumfluter und dauert rund vier Stunden. Die vierte Tour startet in Burg und führt durch den sogenannten „Kanuweg”, der besonders schmale Passagen hat. Die fünfte und letzte Runde verläuft um die Gemeinde Raddusch herum und ist die ruhigste – hier begegnen Sie kaum anderen Paddlern. Auf allen Touren gilt: Halten Sie sich rechts, überholen Sie nur mit Abstand und lassen Sie Motorboote vorbei, sobald Sie hören oder sehen, dass eines naht.

Ein typischer Anfängerfehler ist, zu schnell zu paddeln. Im Spreewald kommt es nicht auf Tempo an, sondern auf die Fähigkeit, das Boot präzise zu steuern. Besonders in engen Kurven sollten Sie das Paddel nicht zu tief eintauchen, sonst schlagen Sie gegen den Grund oder verheddern sich in Wasserpflanzen. Stattdessen: kurze, gleichmäßige Züge, das Boot mit dem Paddelblatt auf Höhe der Hüfte führen. Wenn Sie rechts um eine Kurve wollen, paddeln Sie links stärker – das klingt banal, wird aber oft vergessen. Auch das Anlegen an Stegen will gelernt sein: Fahren Sie langsam, stoßen Sie das Boot nicht gegen den Steg, sondern legen Sie das Paddel quer über den Bug, um abzubremsen. Und: Nehmen Sie beim Aussteigen immer das Paddel mit – es schwimmt sonst davon.

Die Wahl der richtigen Route entscheidet über Ihr Erlebnis. Für Einsteiger eignen sich die breiteren Fließe rund um Lübbenau und Burg, wo Sie weniger navigieren müssen. Fortgeschrittene können sich in die schmaleren Kanäle zwischen Leipe und Lehde wagen, die aber auch mehr Geschick erfordern. Typische Fehler sind das Übernehmen von Routen, die für Kajaks ausgelegt sind, oder das Blindstarten ohne Kartenmaterial. Prüfen Sie vorab die Wasserstände – nach starkem Regen können Strömungen auftreten, die Sie sonst nicht erwarten. Planen Sie Zeitpuffer ein: Auf dem Wasser gilt Schrittgeschwindigkeit, und ein SUP-Board lässt sich nicht so wendig steuern wie ein Kanu.

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