Ein häufiger Fehler ist der Herbstschnitt. Er entfernt den Schutz genau dann, wenn Nässe und Frost am gefährlichsten sind. Ein weiterer Fehler: das Abschneiden in einem Zug mit der Motorsense bis auf den Boden. Dabei werden die jungen Knospen im Inneren zerstört, und die Pflanze benötigt oft ein ganzes Jahr, um sich zu erholen. Ebenfalls problematisch ist der Schnitt bei mildem Wetter im Januar, gefolgt von einem Kälteeinbruch im Februar. Dann fault der freigelegte Horst, weil Regen in die offene Mitte läuft und dort nicht abtrocknet.
Ziergräser werden meist im Frühjahr geschnitten, und genau dabei passieren die meisten Fehler. Der entscheidende Punkt liegt nicht im Wie, sondern im Wann. Solange die alten Halme stehen, schützen sie das Herz der Pflanze – jenen dichten Knospenkern am Boden, aus dem im Frühling die neuen Triebe austreiben. Wer zu früh zur Schere greift, setzt diesen Kern Frost, Nässe und Staunässe aus. Die Folge sind braune Blattspitzen, faulende Horste oder ein kompletter Ausfall des Austriebs.
Der Austrieb der Knospen setzt erst später ein, meist einige Wochen nach dem ersten Bluten. In dieser Phase ist der Rebstock besonders empfindlich, weil die Leitungsbahnen offen liegen. Wer jetzt schneidet, riskiert, dass die Pflanze übermäßig viel Saft verliert. Deshalb gilt: Schnittmaßnahmen möglichst vor dem Bluten abschließen. Wer im Frühjahr noch korrigieren muss, sollte auf trockene, milde Tage warten und nicht bei Frost oder starkem Wind arbeiten.
Ein häufiger Fehler ist der Schnitt in die falsche Jahreszeit. Wer im Herbst radikal zurückschneidet, entfernt oft die dekorativen Blätter und lässt den Efeu kahl und anfällig zurück. Ein weiterer Fehler: mit dem Hochdruckreiniger die Haftwurzeln abspritzen. Der Wasserstrahl dringt in Fugen ein und sprengt sie langfristig. Auch das Abreißen mit der Hand ist riskant — besonders bei altem, brüchigem Putz. Wer diese Fehler vermeidet, hält den Efeu in Schach, ohne die Bausubstanz zu beschädigen.
Beim Schnitt selbst arbeitet man mit einer scharfen, sauberen Schere oder einer Heckenschere mit kurzen Messern. Man fasst die alten Halme zu einem Bündel, hält es mit einer Hand zusammen und schneidet es etwa eine Handbreit über dem Boden ab. Eine Handbreit – nicht tiefer. Wer bis auf den Boden abschneidet, verletzt die neuen Triebknospen, die oft dicht über der Erde sitzen. Das Bündel lässt sich danach in einem Zug abheben, ohne dass einzelne Halme im Horst stehen bleiben und später das Bild stören.
Beim Zusammenbau kommt der entscheidende Punkt: Die beiden Klingen dürfen sich nicht berühren, sondern müssen mit leichtem Druck aufeinandergleiten. Testen Sie das mit einem Streifen Papier. Schneidet die Schere sauber durch, ohne zu reißen, stimmt die Einstellung. Quetscht sie das Papier nur, ist der Spalt zu groß oder die Schneide zu stumpf. Die Schraube wird so angezogen, dass die Schere gerade noch von selbst zufällt, aber kein Spiel hat. Zu fest angezogen hinterlässt Metallabrieb, zu locker rutscht das Schnittgut zwischen den Klingen durch.
Im Sommer ist ein zweiter, leichter Schnitt sinnvoll. Dabei werden Triebe, die keine Trauben tragen, sowie überzählige Blätter entfernt, damit Luft und Licht an die Trauben gelangen. Dieser Sommerschnitt darf aber nie so stark ausfallen wie der Winterschnitt. Ziel ist es, die Fruchtzone auszulichten, nicht das Wachstum neu anzuregen. Wer diese jährliche Routine einhält, wird feststellen, dass die Rebe weniger anfällig für Mehltau und andere Pilzkrankheiten ist und zuverlässig Trauben trägt.
Nicht alle Ziergräser vertragen denselben Schnitt. Immergrüne Arten wie Seggen und einige Carex-Sorten werden nur ausgeputzt: Man zieht welke und abgestorbene Halme einzeln heraus, ohne den Horst zu kappen. Sommergrüne Gräser wie Miscanthus, Pennisetum oder Panicum dagegen werden komplett zurückgeschnitten, weil sie ohnehin neu austreiben. Wer diese Unterscheidung ignoriert, schädigt die immergrünen Arten, die auf ihren alten Halmen Photosynthese betreiben.
Der beste Zeitpunkt für einen kräftigen Rückschnitt ist das späte Winterende, etwa Ende Februar bis Mitte März, bevor die Vögel brüten. Zu dieser Zeit ist der Efeu in der Winterruhe, Wunden verheilen schnell, und der Neuaustrieb setzt bald ein. Ein zweiter, sanfter Korrekturschnitt ist im Juni möglich, wenn Triebe über Fenster oder Regenrinnen wachsen. Schneiden bei praller Mittagshitze oder Frost vermeiden — dann trocknen die Schnittstellen aus oder platzen auf.
So wird geschnitten, ohne das Herz zu verletzen Zuerst die alten Halme mit einer Hand zusammenraffen, am besten mit einem breiten Gummiband oder einem Stück Schnur bündeln. Dann mit einer scharfen, sauberen Schere oder einer Heckenschere das Bündel knapp über dem Boden abschneiden. Die Schnittfläche sollte etwa eine Handbreit über dem Erdboden liegen, nicht tiefer. Wer zu tief schneidet, verletzt den Vegetationspunkt und die Pflanze treibt nur kümmerlich oder gar nicht mehr aus. Bei Horsten, die bereits dicht und verfilzt sind, hilft es, den Ballen nach dem Schnitt mit einer Grabegabel leicht zu lockern, damit Luft und Wasser wieder bis zum Herz gelangen.
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