Zuerst wird die Biesenbreite festgelegt und auf dem Stoff markiert. Bewährt hat sich ein Abstand von einem bis drei Zentimetern zwischen den einzelnen Biesen, je nach Stoff und gewünschter Wirkung. Mit Schneiderkreide oder einem Heftfaden werden die Faltlinien übertragen. Anschließend wird der Stoff entlang jeder Linie gefaltet — entweder nach links oder nach rechts, je nachdem, ob die Biesen später parallel oder symmetrisch verlaufen sollen. Wichtig ist, dass alle Biesen in dieselbe Richtung gebügelt werden, sonst entsteht ein unruhiges Muster.
Ein Utensilo ist ein runder oder eckiger Stoffkorb mit verstärktem Rand, der von selbst steht. Die Form entsteht nicht durch ein Gestell, sondern durch Einlage und Absteppnähte. Wer das Prinzip einmal verstanden hat, näht Körbe in jeder Größe und passt sie an den vorgesehenen Platz an, statt eine fertige Aufbewahrung zu kaufen, die selten genau passt.
Bevor der Stoff unter den Fuß kommt, wird die Nadelposition geprüft. Die Nadel muss genau dort stehen, wo die Naht verlaufen soll. Dann wird der Stoff so ausgerichtet, dass der Rand parallel zur Kante der Stichplatte liegt. Wichtig ist, den Stoff nicht mit Gewalt zu ziehen, sondern nur leicht zu führen. Die Finger liegen flach auf dem Stoff, etwa zwei bis drei Zentimeter neben der Nadel, und schieben den Stoff sanft nach vorn. Der Transporteur übernimmt die Bewegung. Wer zu stark zieht, verzieht die Naht sofort.
Ein häufiger Fehler ist, die Zugabe nur an einer Stelle zu messen und dann freihändig weiterzuzeichnen. Dadurch wandert die Linie und die Naht wird schief. Ebenso problematisch: die Zugabe am Stoffbruch vergessen. Dort wird nicht geschnitten, sondern im Bruch gelegt, also darf keine zusätzliche Kante entstehen. Ein weiterer typischer Fehler ist, die Linie auf der rechten Stoffseite zu ziehen. Später sieht man die Kreidespuren, besonders bei dunklen oder empfindlichen Materialien, und bekommt sie kaum heraus.
Die französische Naht wird von links genäht und schließt die Kanten komplett ein. Lege die Stoffstücke links auf links zusammen, nähe mit 1 cm Abstand zur Kante. Schneide die Nahtzugabe auf 3 bis 4 mm zurück. Klappe die Stoffteile rechts auf rechts, sodass die Naht innen liegt, und bügele sie flach. Nähe nun mit 5 bis 6 mm Abstand zur Kante – die rohe Kante ist eingeschlossen. Diese Naht ist ideal für leichte Stoffe wie Baumwolle, Seide oder Voile. Bei dicken Stoffen wird sie zu klobig.
Die sitzende Bundhöhe richtig messen Setzen Sie sich auf einen festen, geraden Stuhl, die Füße flach auf den Boden, der Rücken angelehnt. Tragen Sie dabei die Hose, für die die Träger bestimmt sind, oder eine vergleichbare Hose mit ähnlicher Bundhöhe. Messen Sie nun mit einem flexiblen Maßband von der Sitzfläche senkrecht nach oben bis zur Oberkante des Hosenbunds. Achten Sie darauf, dass das Maßband nicht durchhängt und nicht schräg verläuft. Notieren Sie den Wert in Zentimetern. Messen Sie zweimal – einmal entspannt, einmal nach leichtem Aufrichten – und bilden Sie den Mittelwert. Typische Werte liegen zwischen 20 und 28 Zentimetern, je nach Körperbau und Stuhlsitz.
Vergleichen Sie die gemessene Gesamtlänge mit der sitzenden Bundhöhe. Eine einfache Kontrolle: Legen Sie die Träger an, setzen Sie sich hin und prüfen Sie, ob der Stoff zwischen Bund und Schulter leicht aufliegt, ohne einzudrücken. Drückt es, sind die Träger zu kurz – der Bund wird nach oben gezogen. Rutschen sie herunter, sind sie zu lang. Justieren Sie in kleinen Schritten von einem Zentimeter und testen Sie jede Einstellung im Sitzen. Wiederholen Sie den Test nach zehn Minuten, weil sich der Stoff mit der Zeit setzt.
Für die Umrechnung in die Trägerlänge benötigen Sie zusätzlich den Abstand vom Hosenbund über die Schulter bis zum gegenüberliegenden Bund. Dieser Weg verläuft nicht gerade, sondern über den Bauch und die Schulter. Am einfachsten legen Sie ein Maßband an der Stelle an, an der die Träger später verlaufen sollen: vorne am Bund, über die Schulter, hinten am Bund. Ziehen Sie das Band straff, aber ohne Zug. Die so ermittelte Strecke ist die benötigte Gesamtlänge der Träger, gemessen entlang des Verlaufs. Bei verstellbaren Trägern notieren Sie den Wert als Referenz für die Grundeinstellung.
Wer keine verstellbaren Träger hat, muss die Länge vor dem Kauf oder Nähen festlegen. Addieren Sie zur gemessenen Gesamtlänge einen Zentimeter Reserve für eventuelle Änderungen der Bundhöhe durch unterschiedliche Sitzgelegenheiten. Ein zu straffer Sitz ist im Sitzen unangenehmer als ein leicht lockerer, weil der Druck auf die Schultern mit der Sitzdauer zunimmt. Kontrollieren Sie nach dem ersten längeren Tragen, ob sich die Einstellung verändert hat, und justieren Sie nach. So sitzen die Träger dauerhaft bequem, ohne zu drücken oder zu verrutschen.
Ein häufiger Fehler ist das Messen im Stehen. Wer im Stehen misst, erhält einen um mehrere Zentimeter größeren Wert, weil der Bund nach oben rutscht. Die Folge: Die Träger werden zu lang bestellt oder eingestellt, und im Sitzen rutschen sie von den Schultern. Ein weiterer Fehler ist das Messen ohne Hose oder mit einer Hose, die nicht der später getragenen entspricht. Die Bundhöhe variiert stark zwischen verschiedenen Schnitten – eine Bundfaltenhose sitzt anders als eine Jeans. Messen Sie deshalb immer mit der tatsächlichen Hose oder einem exakt gleichen Modell.
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