Auch der Zustand der Transporteurzähne spielt eine Rolle. Abgenutzte oder verrundete Zähne können den Stoff nicht mehr greifen. Prüfe sie mit einer Lupe und ersetze den Transporteur, wenn die Spitzen flach sind. Achte beim Einbau darauf, dass der Transporteur nicht schief sitzt und die Zähne parallel zur Stichplatte stehen. Eine falsch montierte Stichplatte mit Graten oder zu großer Öffnung kann ebenfalls dazu führen, dass der Stoff seitlich wegkippt.
Wer diese Punkte beachtet, erhält einen Beutel, dessen Kordelzug leichtgängig bleibt und nicht nach einigen Wochen ausleiert. Der Unterschied zwischen einem funktionierenden und einem ärgerlichen Beutel liegt nicht im Muster, sondern in der Breite des Kanals, der Position der Öffnungen und der Länge der Kordel. Alle drei lassen sich vor dem ersten Stich festlegen und sparen später viel Nacharbeit.
Ein Beutel mit Kordelzug wirkt auf den ersten Blick wie ein einfaches Nähprojekt, doch der Unterschied zwischen einem Beutel, der sich sauber öffnen und schließen lässt, und einem, der ständig klemmt oder ausfranst, liegt in wenigen Millimetern. Entscheidend ist nicht die Form des Beutels, sondern wie der Tunnelzug konstruiert ist: wie breit der Kanal ist, wo die Öffnungen sitzen und wie die Kordel durchläuft. Wer diese drei Punkte kontrolliert, bekommt einen Beutel, der auch nach vielen Benutzungen noch leicht gleitet.
Für den Tunnelzug wird zuerst der obere Saum vorbereitet. Je nach Stoff sollte die Kanalbreite etwa das Doppelte der Kordelstärke plus eine Nahtzugabe betragen. Bei einer Kordel mit vier Millimetern Durchmesser sind sechs bis acht Millimeter Kanalbreite sinnvoll. Ein zu enger Kanal bremst die Kordel, ein zu weiter lässt sie kippen und verkanten. Vor dem Nähen wird der Saum zweimal eingeschlagen: erst schmal, dann auf die endgültige Breite. Die erste schmale Einschlagkante verhindert, dass der Stoff im Kanal ausfranst und die Kordel blockiert.
Beim Fixieren von Stoff vor dem Nähen entscheidet die Wahl des Hilfsmittels darüber, ob die Naht am Ende gerade läuft oder ob Kanten verrutschen. Stecknadeln und Stoffklammern leisten unterschiedliche Arbeit, und beide haben Situationen, in denen sie schlicht versagen. Wer sie falsch einsetzt, schiebt den Fehler oft auf die Nähmaschine oder den Stoff – dabei lag das Problem schon beim Fixieren.
Die Stichplatte ist ein weiterer häufiger Fehlerherd. Eine abgenutzte, verbogene oder falsch montierte Platte lässt die Zähne nicht sauber austreten. Kontrolliere, ob die Platte plan aufliegt, ob das Loch für den Transporteur frei von Fusseln und Fadenresten ist und ob die Zähne ohne Schleifen durchlaufen. Schon ein kleiner Grat an der Kante kann den Stoff zur Seite drücken. Reinige den Bereich regelmäßig mit einem Pinsel, niemals mit Druckluft, weil diese Fusseln in das Innere der Maschine bläst.
Stecknadeln halten punktuell und lassen sich durch fast jede Stofflage stechen. Ihr Vorteil: Sie fixieren auch verdeckte Kanten, Ecken und Rundungen, an die eine Klammer nicht herankommt. Ihr Nachteil: Sie hinterlassen Löcher. Bei feinen Seiden, Chiffon, dünnem Jersey oder beschichteten Stoffen bleiben Einstiche sichtbar, und an wasserdichten Materialien zerstört jeder Stich die Beschichtung dauerhaft. Der typische Fehler ist, Nadeln quer zur Nahtzugabe zu stecken. Sie werden dann beim Nähen erfasst und von der Nadel getroffen – die Nadel kann brechen, der Stoff reißt. Richtig ist das Stecken parallel zur Naht, mit dem Nadelkopf nach außen, sodass er vor dem Füßchen liegt und einfach herausgezogen werden kann.
Prüfe zuerst den Nähfußdruck. Ist er zu gering, hebt der Stoff beim Einstechen leicht ab und die Zähne verlieren den Kontakt. Erhöhe den Druck schrittweise über die Stellschraube an der Oberseite des Maschinenkopfs, bis der Stoff beim langsamen Nähen gleichmäßig mitläuft. Zu viel Druck ist jedoch ebenso schädlich: Der Stoff wird gestaucht, die Zähne hinterlassen Abdrücke, und bei empfindlichen Geweben entstehen Laufmasken. Die richtige Einstellung liegt meist in der Mitte des verfügbaren Bereichs.
Wann Klammern die bessere Wahl sind und worauf es dabei ankommt Stoffklammern halten flächiger als Nadeln und hinterlassen keine Löcher. Sie eignen sich für Leder, Wachstuch, beschichtete Stoffe, Kunstleder und alles, was Einstiche übel nimmt. Auch bei mehreren Lagen dicker Baumwolle oder bei Kunstpelz halten sie zuverlässiger, weil sie eine breitere Kante greifen. Der Fehler hier: Klammern zu nah an der Nahtlinie setzen. Sie kommen dann mit dem Nähfüßchen in Kontakt, verhaken sich und ziehen die Nahtzugabe mit. Der Abstand sollte mindestens eine Fingerbreite vom Nähfußrand entfernt liegen, damit die Klammern vor dem Erreichen der Nadel abgenommen werden können. Wer sie einfach stehen lässt und über sie näht, beschädigt Nadel und Mechanik.
Transporteurhöhe und Stichplatte kontrollieren Als Nächstes die Transporteurhöhe. Ragt der Transporteur zu tief unter der Stichplatte, greift er den Stoff nicht. Ragt er zu hoch, klemmt der Stoff zwischen Zähnen und Nähfuß und wird ungleichmäßig vorgeschoben. Lege ein Lineal oder eine Fühlerlehre unter den Nähfuß, drehe das Handrad, bis die Zähne ihre höchste Stellung erreichen, und miss den Abstand zwischen Zahnspitze und Stichplattenoberfläche. Bei den meisten Haushaltsmaschinen sind rund ein Millimeter richtig. Weicht der Wert deutlich ab, justiere die Transporteurhöhe über die Exzenter- oder Schraubverbindung im Unterbau, oder lasse sie justieren, wenn kein Zugang besteht.
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