Warum setzt die Maschine Stiche aus und was lässt sich dagegen tun?

Bevor man den Riss näht, muss man ihn stabilisieren. Die einfachste Methode: von der linken Stoffseite ein Stück dünnes, nicht dehnbares Bügelvlies aufbügeln. Das Vlies verhindert, dass die Webfäden weiter ausfransen. Wichtig ist, das Vlies etwas größer als der Riss zu schneiden, mindestens einen Zentimeter Überstand an allen Seiten. Bei empfindlichen Stoffen – Seide, Viskose, feine Wolle – verwendet man ein Bügeltuch und niedrige Temperatur, sonst entstehen Glanzstellen oder der Stoff wellt sich.

Die Länge der Hosenträger entscheidet darüber, ob sie im Sitzen drücken, verrutschen oder einfach halten. Wer viel sitzt – im Büro, im Auto oder am Schreibtisch – braucht eine andere Einstellung als jemand, der überwiegend steht. Der entscheidende Wert ist die sitzende Bundhöhe: der Abstand von der Sitzfläche bis zur Oberkante des Hosenbunds, gemessen in der tatsächlichen Sitzposition. Nur so lässt sich die passende Trägerlänge ermitteln, ohne dass der Stoff spannt oder die Träger von den Schultern rutschen.

Ein verstellter Transport führt ebenfalls zu ausgelassenen Stichen, besonders bei feinen oder glatten Stoffen. Reinige die Transportzähne unter dem Stichplattenausschnitt, denn dort sammeln sich Flusen und Stoffstaub, die den Stoff nicht mehr greifen lassen. Prüfe den Nähfußdruck: Zu wenig Druck lässt den Stoff springen, zu viel Druck bremst ihn ab. Bei sehr dünnen Stoffen hilft ein passender Nähfuß oder ein Stück dünnes Papier unter dem Stoff. Achte außerdem darauf, dass die Stichlänge zum Material passt – eine zu große Stichlänge auf glattem Stoff begünstigt Fehlstiche.

Zuerst wird der ausgefranste Bereich gesäubert. Lose Fäden nicht abschneiden, sondern vorsichtig mit einer Nadel oder Pinzette entfernen. Den Saum auf links drehen und die offene Kante glatt streichen. Darauf achten, dass keine Falten entstehen, sonst zeichnen sie sich später auf der rechten Seite ab. Ein Blick auf die Webrichtung hilft: Der Vlieseline-Streifen wird im 45-Grad-Winkel zur Webkante aufgebügelt, damit er sich nicht verzieht. Bei dicken Säumen mit mehreren Lagen sollte die Einlage dünn gewählt werden, etwa eine leichte, aufbügelbare Vlieseline ohne Papierbeschichtung.

Ein häufiger Fehler ist das Messen im Stehen. Wer im Stehen misst, erhält einen um mehrere Zentimeter größeren Wert, weil der Bund nach oben rutscht. Die Folge: Die Träger werden zu lang bestellt oder eingestellt, und im Sitzen rutschen sie von den Schultern. Ein weiterer Fehler ist das Messen ohne Hose oder mit einer Hose, die nicht der später getragenen entspricht. Die Bundhöhe variiert stark zwischen verschiedenen Schnitten – eine Bundfaltenhose sitzt anders als eine Jeans. Messen Sie deshalb immer mit der tatsächlichen Hose oder einem exakt gleichen Modell.

Bügle das Vlieseline-Band mit mittlerer Hitze auf. Halte das Eisen einige Sekunden ruhig auf der Stelle, statt hin und her zu gleiten. Der Kleber braucht Druck und Wärme, nicht Bewegung. Nach dem Abkühlen sitzt das Band fest. Die ausgefransten Fäden werden dabei eingebettet und können nicht weiter ausreißen. Wichtig: Verwende ein dünnes, nicht elastisches Vlieseline-Band. Ein zu dickes Band macht den Saum hart und sichtbar. Bei Jersey oder anderen elastischen Stoffen brauchst du eine dehnbare Variante, sonst reißt die Naht beim Tragen.

So wird die Kante unsichtbar angeset

Warum Zuschneiden den Riss nur verlängert Viele greifen zur Schere und schneiden den ausgefransten Saum einfach ab, um eine gerade Kante zu bekommen. Das ist der häufigste Fehler. Denn dabei werden Webfäden durchtrennt, die noch intakt waren. Der Riss hat dann eine saubere Kante, aber die angrenzenden Fäden sind geschwächt. Beim nächsten Zug oder in der Wäsche reißt der Stoff an genau dieser Stelle weiter. Besser ist es, den vorhandenen Saum zu erhalten und den Riss zu schließen. Das gilt auch, wenn der Riss bereits einige Zentimeter lang ist – abschneiden macht die Reparatur nicht einfacher, sondern nur größer.

Für die Umrechnung in die Trägerlänge benötigen Sie zusätzlich den Abstand vom Hosenbund über die Schulter bis zum gegenüberliegenden Bund. Dieser Weg verläuft nicht gerade, sondern über den Bauch und die Schulter. Am einfachsten legen Sie ein Maßband an der Stelle an, an der die Träger später verlaufen sollen: vorne am Bund, über die Schulter, hinten am Bund. Ziehen Sie das Band straff, aber ohne Zug. Die so ermittelte Strecke ist die benötigte Gesamtlänge der Träger, gemessen entlang des Verlaufs. Bei verstellbaren Trägern notieren Sie den Wert als Referenz für die Grundeinstellung.

Fadenweg und Fadenspannung kontrollieren Nach der Nadel folgt der komplette Fadenweg. Der Oberfaden muss durch jede Fadenführung laufen, auch durch die, die beim Einfädeln gern übersprungen wird. Prüfe, ob die Spule richtig in der Spulenkapsel sitzt, in der richtigen Richtung abläuft und ob der Spulenkapselbereich frei von Staub und Fadenresten ist. Ein verstopfter Spulenkapselbereich ist eine häufige, aber leicht übersehene Ursache. Die Spannung stellst du erst nach dem Einfädeln ein: Bei korrekter Grundeinstellung liegt der Faden gleichmäßig in der Spannungsvorrichtung, ohne durchzurutschen oder zu klemmen.

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