Wenn der Transporteur den Stoff nicht fasst und ihn stattdessen unter der Nadel nach vorn oder zur Seite schiebt, liegt das fast immer an einer falschen Kombination aus Nähfußdruck, Transporteurhöhe und Stichplatte. Der Transporteur kann den Stoff nur greifen, wenn seine Zähne im richtigen Moment über die Stichplatte hinausragen und der Nähfuß den Stoff gleichzeitig fest genug gegen die Zahnreihen drückt. Fehlt einer dieser beiden Faktoren, rutscht der Stoff durch, statt weitertransportiert zu werden.
Beim Annähen das Band mit der offenen Kante an die Stoffkante legen und knapp neben der Bügelfalte steppen. Auf der Rückseite muss die zweite Bügelfalte exakt über der Naht liegen. Ein häufiger Fehler ist, das Band zu straff zu ziehen. Dadurch kräuselt sich die Kante, obwohl der Stoff flach aufliegt. Besser mit gleichmäßigem Druck nähen und das Band leicht führen, ohne es zu dehnen.
Wird die Armlochhöhe zu großzügig gewählt, entsteht überschüssiger Stoff unter der Achsel. Bei enganliegenden Ärmeln zeigt sich das sofort: Der Ärmel zieht nach unten, die Armkugel sitzt zu tief, und beim Anheben des Arms wandert die gesamte Schulterpartie mit. Ist die Höhe zu knapp bemessen, drückt die Achselnaht in die Haut, der Ärmel lässt sich kaum bewegen, und die Armkugel wirft Falten über der Schulter. Beide Fehler sind am Ende sichtbar, auch wenn die Ärmelbreite korrekt ist. Deshalb zuerst die Armlochhöhe festlegen und erst danach die Armkugel formen.
Zum Übertragen eignen sich Kreide, Seifenstift oder ein wasserlöslicher Stift. Bei dunklem Stoff nimmt man helle Kreide, bei hellem Stoff einen grauen oder blauen Stift. Ein Trick: Die Linie nur kurz und dünn ziehen, dann verschwindet sie beim Bügeln oder Waschen von selbst. Wer mit Nadel und Faden arbeitet, kann Heftfäden entlang der Zugabe legen, die nach dem Nähen entfernt werden. Ein Bügeleisen mit Dampf fixiert die Kreidelinie, wenn man sie vorher leicht andrückt.
Transporteurhöhe und Stichplatte kontrollieren Als Nächstes die Transporteurhöhe. Ragt der Transporteur zu tief unter der Stichplatte, greift er den Stoff nicht. Ragt er zu hoch, klemmt der Stoff zwischen Zähnen und Nähfuß und wird ungleichmäßig vorgeschoben. Lege ein Lineal oder eine Fühlerlehre unter den Nähfuß, drehe das Handrad, bis die Zähne ihre höchste Stellung erreichen, und miss den Abstand zwischen Zahnspitze und Stichplattenoberfläche. Bei den meisten Haushaltsmaschinen sind rund ein Millimeter richtig. Weicht der Wert deutlich ab, justiere die Transporteurhöhe über die Exzenter- oder Schraubverbindung im Unterbau, oder lasse sie justieren, wenn kein Zugang besteht.
Typische Fehler: Die Zugabe wird erst nach dem Zuschnitt angezeichnet, dann verrutscht der Stoff und die Linie sitzt schief. Oder die Zugabe wird an der falschen Kante gemessen – etwa an der Webkante statt an der Schnittkante. Bei Rundungen wird oft zu viel Zugabe gegeben, wodurch der Stoff beim Einnähen Falten wirft. Wer Nahtzugaben an beiden Teilen anzeichnet, muss beim Zusammennähen die Linien exakt aufeinandertreffen lassen, sonst verschiebt sich die Naht.
Auch Nadel und Faden spielen eine Rolle. Eine stumpfe, verbogene oder zu dünne Nadel durchdringt den Stoff nicht sauber und zieht ihn nach oben, statt ihn dem Transporteur zu überlassen. Verwende eine Nadel, die zum Material passt, und tausche sie nach einigen Betriebsstunden aus. Prüfe außerdem, ob der Faden korrekt in der Spannungsvorrichtung sitzt. Eine falsche Fadenspannung verändert den Stofftransport nicht direkt, erzeugt aber Schlaufen und unruhige Stiche, die den Eindruck verstärken, der Transporteur arbeite nicht.
Prüfe zuerst den Nähfußdruck. Ist er zu gering, hebt der Stoff beim Einstechen leicht ab und die Zähne verlieren den Kontakt. Erhöhe den Druck schrittweise über die Stellschraube an der Oberseite des Maschinenkopfs, bis der Stoff beim langsamen Nähen gleichmäßig mitläuft. Zu viel Druck ist jedoch ebenso schädlich: Der Stoff wird gestaucht, die Zähne hinterlassen Abdrücke, und bei empfindlichen Geweben entstehen Laufmasken. Die richtige Einstellung liegt meist in der Mitte des verfügbaren Bereichs.
Wann Trickmarker und Kopierpapier an ihre Grenzen kommen Trickmarker sind praktisch, weil sie eine dünne, präzise Linie ziehen. Sie sind aber nicht für alle Stoffe gleich gut. Auf Baumwolle und Leinen funktionieren sie zuverlässig, auf Polyester und Mischgeweben kann die Farbe verlaufen oder sich gar nicht mehr auswaschen. Vor dem Einsatz immer an einer versteckten Stelle testen: Markierung setzen, kurz warten, auswaschen. Wer das überspringt, riskiert dauerhafte Spuren. Ein weiterer Fehler: den Marker auf nassen oder feuchten Stoff halten. Dann verzieht sich die Linie sofort.
Die Nahtzugabe ist der Streifen Stoff zwischen der späteren Nahtlinie und der Schnittkante. Wer sie nicht anzeichnet, näht entweder zu knapp oder zu weit weg von der gewünschten Linie. Das fällt bei geraden Nähten kaum auf, bei Rundungen, Ecken und Passzeichen sofort. Deshalb gehört die Zugabe sichtbar auf den Stoff, bevor die Schere ins Spiel kommt.
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